Zwei Kriminalromane am Montag

Kriminalromane bieten Spannung und Unterhaltung. Hier stellen wir zwei vor, deren Fälle in den Norden führen und sehr unterschiedlich, aber unbedingt empfehlenswert sind.

Danowski: Sturmkehre

Hypersensibel, chaotisch und unzuverlässig – keine guten Eigenschaften, um als Hauptkommissar erfolgreich zu sein. Findet zumindest Markus Kienbaum. Wen er da beschreibt, ist sein Kollege Adam Danowski, mit dem er schon lange im Kriminalkommissariat in Hamburg arbeitet.

Zwar ist Danowski gerade eine spektakuläre Festnahme gelungen, denn er hat endlich den langgesuchten Fleetmörder dingfest gemacht. Ein Serientäter, der seine Leichen Anfang der 1990er-Jahre in den Hamburger Alsterfleeten versteckt hat. Doch Danowski selbst hat seine Zweifel daran, wie heldenhaft er tatsächlich gehandelt hat. Im Grunde hat er schon lange genug von seinem Job. Ein Grund unter vielen ist Kienbaum, der scharf auf den Posten als Polizeipräsident ist. Der ahnt nun eine Chance, seine Cold-Case-Zahlen zu pushen. Es gibt einen Fall, der wunderbar ins Profil des Fleetmörders passen würde. Kurz nach der Wende in den Neunzigern verschwand eine Frau, die nie gefunden wurde. Wer würde groß nachfragen, wenn man dem Fleetmörder die Tat unterschiebt? Nur Danowski, doch der hat keine Wahl. Kienbaum hat ihn in der Hand – erpresst ihn. Handelt er nicht im Sinne Kienbaums, muss Danowski für mehrere Jahre in den Knast.

Seiner Frau Leslie hat Adam noch immer nicht gestanden, was er getan hat. Vertuschung eines Tötungsdelikts ist keine Bagatelle. Noch mal möchte er nicht illegal handeln. Doch was bleibt ihm zu tun? Er macht sich auf die Suche nach der verschwundenen Frau und landet auf einer Hallig. Sein nicht angekündigter Besuch wird erschwert durch nicht zu steuernde Stürme, die sein Vorhaben fast zunichtegemacht hätten. Findet er die Frau hier oder ist er umsonst diese Risiken eingegangen? …

Erneut ist dem Autor Till Raether, wie in all seinen vorherigen Kriminalromanen gelungen, den Menschen hinter dem Polizisten sichtbar zu machen, der von Ängsten und Widersprüchen, Stress und Überforderung geplagt wird. Zudem ist der Kriminalroman klug konstruiert und wirkt sehr authentisch. Danowskis letzter Fall macht den Abschied von einer sympathischen Romanfigur besonders schwer.

Danowski: Sturmkehre

Autor: Till Raether
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
304 Seiten
ISBN: 978-3-499-01240-2

Faule Fische fängt man nicht

Man muss mit der Zeit gehen. Das haben die Steffens auch gedacht und betreiben auf ihrem Hof in Neuharlingersiel eine Ferienunterkunft der besonderen Art und meinen das ganz wörtlich. Denn hier können sich Amateur*innen gänzlich der Kunst verschreiben. Steffens bieten einen Malkurs an, den auch Rosa besucht. Jeder der Teilnehmer*innen soll zu Beginn ein Lieblingsbild mitbringen. Karin Müller hat ein Ölgemälde aus der Küche ihrer Oma dabei, das verdächtig an Van Gogh erinnert. Eine Kopie? Karins Oma ist schließlich keine Kunstsammlerin und vermögend schon mal gar nicht. Kursleiter Conrad ist sich trotzdem sicher, dass das Gemälde echt ist.

Wo viel Geld ein Thema wird, ist auch auf der idyllischen Insel der Tod nicht weit. Und so gibt es bald ein mit Ketamin ins Jenseits befördertes Opfer – Karin. Kurze Zeit später ist auch der Kursleiter Conrad tot und die Polizei nimmt die Ermittlung auf. Rosa, Rudi und Henner sind davon überzeugt, dass sie mitmischen müssen. Es kommt zu Verdächtigungen und Verwirrungen. Wer den Täter oder die Täterin findet, wird nicht verraten…

Die beiden Autorinnen verstehen es mit viel Humor und Lokalkolorit einen Ostfriesen-Krimi zu erzählen, der am Ende neben treffend beschriebenen Charakteren auch noch Insel-typische Rezepte präsentieren.

Faule Fische fängt man nicht

Verlag: Rowohlt Taschenbuch
288 Seiten
ISBN: 978-3-499-01166-5
Autor:innen: Christiane Franke, Cornelia Kuhnert

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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