Electro Deluxe: NEXT

Spätestens seit sie 2017 bei den ‚Victoires du Jazz‘ als Band des Jahres ausgezeichnet wurden, gilt Electro Deluxe als Botschafter der französischen Dance Szene. In Deutschland hält sich die Bekanntheit des Quintetts trotz Auftritte bei diversen Festivals wie den Leverkusener Jazztagen leider noch in überschaubaren Grenzen. Das ist schade, denn Electro Deluxe ist eine bemerkenswerte Fusionband. Seit ihrer Gründung im Jahre 2001 haben die Musiker ihre Grenzen immer wieder verschoben und Elemente aus Soul, Funk, Hip-Hop und R&B in ihre Klangpalette aufgenommen. Dabei arbeiteten die Franzosen anders als viele klassische Elektro-Jazz-Ensemble am liebsten mit traditionellen Instrumenten, die hier und da mit elektronischen Samples angereichert wurden.

Mit ihrem siebten, seit kurzem erhältlichen Studioalbum NEXT bewahrt die Band ihre Innovationskraft, kehrt aber gleichzeitig zu ihren Grundlagen zurück. Mit treibenden Drums, schnellen Bassläufen, die den Beat punktieren, seelenvollem Gesang und fetzigen Bläsersätzen sorgen James Copley (voc), Gaël Cadoux (Keyb, Synth), Jérémy Coke (b), Arnaud Renaville (dr) und Thomas Faure (ts) für ein vorzügliches, spannungsvolles und absolut tanzbares Album, dessen neun Songs einem buchstäblich die Knochen durchschütteln.

Zudem hat sich die Band einige illustre Gäste ins Heimstudio geladen: Die holländische Saxofonistin Candy Dulfer glänzt mit einem schönen Solo auf „Nakie Nakie“, das vorab als Single ausgekoppelt wurde; der schwedische Posaunist und Gründer der Funk Unit Nils Landgren schloss sich der Bläsergruppe für das groovige Instrumentalstück „Next“ an, das dem Album seinen Namen gab.  Und der legendäre US-Posaunist Fred Wesley, der schon beim Godfather of  Soul James Brown die Stimmung anheizte, veredelt mit seinem Instrument beim Stück „Wanna  Have A Good Time“ diese prächtige Fusion aus Soul und Funk.

NEXT wurde größtenteils „zu Hause“ produziert und ist als Einladung gedacht, die Hörerinnen und Hörer in ihrem Wohnzimmer willkommen zu heißen, schreibt die Band in einer Pressemitteilung zur Entstehung des Albums. Eine Einladung, die man nicht ablehnen kann. Denn zu hören ist hier eine überschäumende, jazzig-funkige Session, die großen Spaß macht und die Wände zum Wackeln bringt.

Erscheinungstermin: 16.02.2024
Label: Stardown, 2023

Standardbild
Hans Kaltwasser
Artikel: 430

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.