FLUXUS MUSIK ZONE WEST – Von Beuys bis Moorman

Yoko Ono, Nam June Paik oder Joseph Beuys können unter die Kunstbewegung Fluxus eingeordnet werden. Hinter dem Grundgedanken seines Begründers George Maciunas steckte die schöpferische Idee, die die Kunst ausmacht. Fluxus besitzt eine eigene künstlerische Identität und betonte den fließenden Übergang zwischen Kunst und Leben. Beides sind keine Gegensätze mehr, sondern sollen als eine Einheit betrachtet werden.

Nun zeigt die Ausstellung FLUXUS MUSIK ZONE WEST, kuratiert von Judith Waldmann, das Zusammenspiel von Musik und Kunst innerhalb der international strahlkräftigen FLUXUS-Bewegung. Mit über 2.500 Exponaten beherbergt Museum Schloss Moyland eine der umfassendsten FLUXUS-Sammlungen, die mit der Gruppenschau erstmalig in den Fokus gerückt wird.

FLUXUS MUSIK ZONE WEST zeigt die enorme Vielfalt an Formaten musikbasierter FLUXUS-Kunst auf. Diese reichen von einfachen Handlungsanweisungen bis hin zu aufwendig inszenierten Konzerten, bei welchen Musikinstrumente nach festgelegten Partituren performativ zerstört wurden. Ein besonderes Augenmerk wird auf Meilensteine der FLUXUS-Geschichte gelegt, die in Nordrhein-Westfalen geschrieben wurde.

Hierzu gehören beispielsweise die FLUXUS-Festivals „FESTUM FLUXORUM“ (Kunstakademie Düsseldorf, 1963), das „24 Stunden-Happening“ in Wuppertal (Galerie Parnass, 1965) oder Konzerte und Aktionen, die in Düsseldorfs legendärem Lokal „CREAMCHEESE“ (1967–1976) aufgeführt wurden. Ein Ort, der zum Schmelztiegel für FLUXUS-Aktionen, KRAUTROCK-Konzerte und ZERO-Kunst wurde.

Die Ausstellung zeigt hauptsächlich FLUXUS-Künstler:innen der ersten Generation. Die Präsentation der mittlerweile historischen Arbeiten wird durch die Integration einer herausragenden zeitgenössischen Position gebrochen, die in der Tradition der FLUXUS-Bewegung steht: David Horvitz, der 2020 den George Maciunas Förderpreis erhalten hat. Seine multisensorischen Arbeiten werden sowohl die Fassade von Museum Schloss Moyland, als auch den Park und den Treppenaufgang verwandeln.

Die Besucher:innen, sind in der Ausstellung dazu eingeladen selbst aktiv zu werden. Es gibt sowohl eine Druckstation von David Horvitz, in der Kunstwerke eigenhändig gestempelt und mit nach Hause genommen werden können, als auch eine Reihe von interaktiven Arbeiten von Takako Saito, die darauf warten aktiviert zu werden.

FLUXUS MUSIK ZONE WEST ist die Antrittsausstellung von Judith Waldmann, die Anfang des Jahres die Stelle der Kuratorin für moderne und zeitgenössische Kunst am Museum Schloss Moyland angetreten hat.

Künstler:innen der Ausstellung sind u. a. Joseph Beuys, George Brecht, Mark Brusse, John Cage, Henning Christiansen, Philip Corner, Adam Henry, David Horvitz, Ute Klophaus, Milan Knížák, Kraftwerk, Ferdinand Kriwet, George Maciunas, Charlotte Moorman, Yoko Ono, Nam June Paik, Benjamin Petterson, Takako Saito, Emil Schult, Mieko Shiomi und Ben Vautier.

FLUXUS MUSIK ZONE WEST – Von Beuys bis Moorman 13. August 2023 bis 7. Januar 2024, Museum Schloss Moyland

Titelbild: Raumansicht FLUXUS MUSIK ZONE WEST: Stiftung Museum Schloss Moyland/Johannes Hüffmeier

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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