„Tesla” und unsere Faszination für Genies

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Egal, ob in Form von Filmen, historischen Erzählungen oder Romanen, wir lieben die Geschichten von wahren Genies. Die Rede ist dabei meist von Menschen, die nicht nur einen außergewöhnlich hohen IQ aufweisen, sondern die mit ihren Talenten wichtige Errungenschaften der Wissenschaft oder anderer Bereiche ermöglicht haben. In der Filmwelt gibt es zahlreiche Streifen, die sich dem Leben von genialen Persönlichkeiten annehmen. Unlängst erschien dazu die filmische Biografie von Nikola Tesla, der mit zahlreichen Erfindungen erfolgreich wurde und unter anderem auch die Tesla-Spule entwarf, welche die Elektrotechnik revolutionierte. Heute zählt er als einer der Pioniere, der uns in das elektrische Zeitalter geführt hat, zu Lebzeiten wurde sein Talent allerdings deutlich weniger geachtet. Der Film Tesla befasst sich nun mit dem Schicksal des bahnbrechenden Genies!

Tesla Spule Foto-Zoltan-Tasi
Die Tesla-Spule zählt zu den größten Errungenschaften des Erfinders.

Die Geschichte von Nikola Tesla

Nikola Tesla stammte aus einfachen Verhältnissen und lebte zu Beginn im heutigen Kroatien. Später führte ihn sein Weg an die Universität in Prag und dann nach New York, wo er nach wenigen Tagen eine Stelle im Unternehmen von Thomas Edison ergattern konnte. Obwohl der Erfinder damals ohne Ersparnisse in die USA gekommen war, kündigte er nur wenige Monate später seinen Job – angeblich, weil Edison seine Gehaltsvorstellungen nicht erfüllen wollte – und gründete mit zwei anderen Geschäftsmännern eine Firma unter seinem Namen. Da seine beiden Partner jedoch andere Absichten hatten und Tesla nach kurzer Zeit hintergangen, musste das Unternehmen bald Konkurs anmelden. Obwohl das Genie kurzfristig arbeitslos wurde, schaffte Tesla es, eine wichtige Erfindung zu kreieren und konnte damit sein neues Unternehmen gründen.

Bei seiner Idee handelte es sich um ein rotierendes Magnetfeld, das heute als Drehfeld bekannt ist. Mit ihm wurde die Idee des Zweiphasenwechselstroms geboren. Tesla widmete sich weiterhin der Erforschung des Wechselstroms, während sein ehemaliger Vorgesetzter, Thomas Edison, auf Gleichstrom fokussiert war. Die unterschiedliche Favorisierung der Stromarten wurde später als „Stromkrieg“ zwischen den beiden Genies bezeichnet. In seiner Laufbahn erfand Tesla viele bahnbrechende Technologien. Darunter befand sich natürlich auch die Tesla-Spule, für die der Erfinder bis heute bekannt ist. Mit seinem Transformator konnte er hochfrequente Hochspannungen erzeugen, in dem er das Prinzip der Resonanz nutzte. Interessant ist, dass Nikola Tesla heute immer noch deutlich unbekannter ist als sein Konkurrent Thomas Edison – und das, obwohl Tesla den Stromkrieg mittlerweile gewonnen hat und sich die Wechselstromtechnologie weltweit durchsetzen konnte.

„Tesla“ – Ein Biopic der Sonderklasse

Mit genau der gerade besprochenen Thematik beginnt der Film Tesla, in dem Ethan Hawke in die Rolle des berühmten Genies schlüpfen durfte. Der Schauspieler hat bereits mehrere Legenden verkörpert, darunter auch den genialen Jazzmusiker Chet Baker in Born To Be Blue. Eine Erzählerstimme erklärt Zuschauern, dass es von Nikola Tesla bis heute kaum mehr als drei Fotos gibt und das alle anderen Aufnahmen nur leichte Fotoretuschen der originalen Bilder sind. Auch bei der Anzahl der Google-Suchmaschinenergebnisse ist sein Konkurrent Thomas Edison deutlich besser aufgestellt. Zu ihm gibt es fast doppelt so viele Einträge in der Suchmaschine. Die Erzählerstimme stellt sich als Teslas Lebensgefährtin Anne Morgan heraus, die immer wieder mit dem Publikum redet und dabei auch über heutige Technologien spricht, die es zu seiner Zeit noch gar nicht gab.

Damit wird ein interessanter, erzählerischer Bogen in die Moderne gespannt, der Zuschauer verschiedener Altersgruppen in den Bann zieht. Der Film versucht, ein relativ akkurates Bild des Genies zu pinseln, erlaubt sich dabei aber auch einige künstlerische Freiheiten. Besonders die emotionale Entwicklung vom schüchternen Europäer in New York hin zum mutigen Firmengründer und Erfinder wird im Film ein zentrales Thema. Wie sich Tesla wirklich privat verhalten haben soll, ist heute schwer nachzuvollziehen. Klar ist allerdings, dass Nikola Tesla ein wahres Genie war, was auch im Film deutlich wird. Wer übrigens auch die andere Seite beleuchten möchte, findet im Film Edison – Ein Leben voller Licht eine spannende Biografie über Edisons Leben. Gespielt wird der amerikanische Erfinder von Benedict Cumberbatch, der bereits in Sherlock Holmes und The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben in die Rolle absoluter Genies schlüpfen durfte.

Ethan Hawke überzeugt in der Rolle von Nikola Tesla im gleichnamigen Filmhit.

Warum wir Genies lieben

Geschichten mit genialen Charakteren kommen beim Publikum gut an, keine Frage! Aber warum lieben wir die Schlauköpfe eigentlich so sehr? Klar ist, dass das Schicksal vieler überdurchschnittlich kluger Menschen sehr außergewöhnlich ist. Einige von ihnen werden zu Erfindern und verändern die Menschheitsgeschichte bleibend, andere nutzen ihre Talente für eigene Zwecke und werden damit reich oder berühmt. Die besonderen Fähigkeiten dieser Genies sind für normale Menschen einfach nicht erreichbar und vielleicht macht sie genau das so anziehend.

Wer wollte nicht immer schon einmal ein fotografisches Gedächtnis besitzen wie Raymond aus dem Film Rain Man oder eine Traumkarriere an den Start legen, wie es der Sternekoch Adam im Film Im Rausch der Sterne zeigt? Einen Einblick in das Leben eines Meister-Hackers zu bekommen, der korrupte Unternehmen zu Fall bringt, ist ebenfalls ein echter Genuss und wird in der Serie Mr. Robot zum Thema. Einige der Erzählungen basieren dabei sogar auf wahren Begebenheiten. So auch der Film 21, der von einer Gruppe von Studenten erzählt, die gemeinsam mit einem Professor die Casinos in Las Vegas leerräumen wollen. Ein professioneller Casino Spieler zu werden, ist alles andere als einfach. Man benötigt jede Menge Strategie, Verständnis und Übung, um von Casinoeinnahmen leben zu können, ohne eine Zweitkarriere zu benötigen. Kein Wunder also, dass die Charaktere in 21 von vielen als wahre Genies betrachtet werden, die nur dank ihrer mathematischen Superhirne Erfolg haben. Tatsächlich sieht die Realität anders aus, denn statt einem hohen IQ braucht man viel eher jede Menge Spielerfahrung – und eine Prise Glück!

Tesla ist ein gut gelungenes Biopic, bei dem Geschichte und Dramaturgie im perfekten Einklang miteinander stehen. Wer Filme über wahre Genies liebt, wird auch bei diesem Streifen keine Sekunde verpassen wollen! Der Film kann derzeit bei Sky Ticket im Abo angesehen oder auf Amazon Prime Video gekauft werden.

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