Top-Ausstellungen für Kunstfanatiker*innen

Wer kennt Édouard Manet nicht, einen der Väter des Impressionismus. Doch wer ist Zacharie Astruc? Beide sind in der Kunsthalle Bremen zu sehen und stehen sich in der dortigen Ausstellung „Manet und Astruc“ gegenüber: Weltberühmte Meisterwerke Manets und wenig bekannte Aquarelle und Skulpturen des malenden Kunstkritikers Astruc. Darüber hinaus wird mit Werken von Zeitgenossen wie Claude Monet, Henri Fantin-Latour und Pierre-Auguste Renoir der damalige künstlerische Kontext in Paris veranschaulicht.

Die Kunsthalle Bremen führt damit die Reihe großer Ausstellungen zu französischen Malern des 19. Jahrhunderts wie Vincent van Gogh, Claude Monet, Gustave Caillebotte und Emile Bernard fort. Bedeutende Leihgaben großer internationaler Museen wie das Musée d’Orsay in Paris, das Metropolitan Museum of Art in New York und viele weitere wichtige Sammlungen unterstützen die Ausstellung.

Noch bis zum 27 Februar in Kunsthalle Bremen

PAULA MODERSOHN-BECKER frühe Vertreterin der Avant­garde

Keine andere deutsche Künstlerin der Klassischen Moderne hat in der öffentlichen Wahrnehmung einen solch legendären Status erreicht wie Paula Modersohn-Becker (1876–1907). In ihrem kurzen Leben schuf sie ein umfassendes und facettenreiches Œuvre, das über 100 Jahre zur Projektionsfläche wurde und bis heute fasziniert.

Noch bis zum 6. Februar 2022 ist in der Schirn das Gesamtwerk Paula Modersohn-Beckers in einer großen Retrospektive zu sehen. Zu ihrer Zeit setzte sie sich entschieden über gesellschaftliche und künstlerische Konventionen hinweg und nahm zentrale Tendenzen der Moderne vorweg. 116 ihrer Gemälde und Zeichnungen aus all ihren Schaffensphasen, darunter Hauptwerke, die heute als Ikonen der Kunstgeschichte gelten, sind in der Schirn in Frankfurt zu sehen.

Nähe und Distanz, Naturalismus und Symbolhaftigkeit charakterisieren dieses Mutter-Kind-Bild
Paula Modersohn-Becker, Mutter mit Kind auf dem Arm, Halbakt II,
1906, Dortmund, Museum Ostwall © Museum Ostwall Foto: Jürgen Spiler, Dortmund

Emeka Ogboh. Ámà: The Gathering Place

Kunst
Emeka Ogboh, Ámà: The Gathering Place, 2021, Installationsansicht, Gropius Bau, Berlin
Foto: Luca Girardini

Wer in Berlin zu Besuch ist, sollte im Gropius Bau hineinschauen. Dort ist im frei zugänglichen Lichthof unter dem Titel Ámà: The Gathering Place eine „ámà“ oder „Dorfplatz“ zu sehen. In deren Mitte sich eine übergroße Installation befindet, die einem Baum nachempfunden ist und in ihrem Inneren eine begleitende 12-Kanal-Soundinstallation verbirgt.

Diese Plätze sind das physische und symbolische Zentrum des Lebens in der Igbo-Gesellschaft; Orte, an denen Zeremonien, Unterhaltung, Handel und alltäglicher Austausch stattfinden. Der Lichthof des Gropius Bau verwandelt sich in einen Raum der Ruhe und des sozialen Austauschs. Musikalisch untermalt von Aufnahmen eines Chors, der traditionelle Igbo-Volkslieder singt. Zusätzlich zu den skulpturalen und klanglichen Elementen werden die Betrachterinnen eingeladen, auf traditionellen Akwétè-Tüchern zu sitzen, die von zeitgenössischen nigerianischen Grafikdesignerinnen und Weber*innen entworfen wurden und die auch die zentrale Skulptur des Werks bedecken.

Noch bis 6. März 2022 im Gropius Bau Berlin

Titelbild: Installationsansicht zur Ausstellung „Manet & Astruc“ Foto: Marcus Meyer

Standardbild
Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
Artikel: 2395

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.