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Hier stellen wir euch interessante Podcasts vor, die sich mit gesellschaftlich wichtigen Fragen beschäftigen: Wann kommt endlich die Verkehrswende? Der Podcast „digitale Welten“ vermittelt anschaulich Wissen über dieses Thema und „Teurer Wohnen“ – ein siebenteiliger Podcast über den Immobilienmarkt und wie bezahlbarer Wohnraum für teure Eigentumswohnungen verschwindet.

Verkehrswende in Deutschland – Podcast der DUH

Die Verkehrswende in Deutschland kommt momentan nur im Schneckentempo voran. Verkehrsminister Wissing führt die jahrzehntelange automobilfreundliche Politik seiner Vorgänger nahtlos weiter. Das Ergebnis: Schmutzige Atemluft, Dauerstaus, Parkplatzsuche, Lärm und kaum Platz für Fußgängerinnen und Radfahrer. Bahn, Bus und Tram werden weiterhin völlig vernachlässigt und drohen unter der steigenden Nachfrage zusammenzubrechen. Ein vermeintlicher Mobilitätsgipfel im Kanzleramt entpuppte sich in dieser Woche als dreister Fördergipfel für die Automobilindustrie.

So bleiben die Klimaziele im Verkehrssektor unerreichbar! Allein ein Wechsel von Verbrenner- auf Elektroautos reicht bei Weitem nicht aus, um in Zukunft nachhaltig mobil sein zu können. Umso wichtiger ist es, dass sich die Politik dem Thema Mobilität endlich im nötigen Umfang und mit der nötigen Entschlossenheit widmet.

In unserem Verkehrswende-Podcast „Vorfahrt fürs Klima“ zeigen wir, wie eine echte Verkehrswende gelingen kann – mit Lösungen, die heute schon umsetzbar sind. Zu Gast waren bereits die österreichische Verkehrsministerin Leonore Gewessler, Podcasterin und Autorin Katja Diehl, der Bundestagsabgeordnete Dr. Anton Hofreiter und viele mehr.

In der aktuellen Folge diskutiere ich mit Boris Palmer über das Thema Parkräume und nachhaltige Mobilität in der Stadt – wichtige Instrumente um Alternativen zum motorisierten Individualverkehr wieder attraktiver zu machen.

Digitale Welten

Wir nutzen ständig die digitale Welt. Wer zu diesem Thema fundiertes Wissen anschaulich und verständlich erklärt, dazu erhalten möchte, dem bietet der Wissenspodcast „Neuland“ mit Experten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI). Einmal im Monat sprechen sie bei Neuland über aktuelle und gesellschaftlich relevante Digitalthemen, ihre Forschungsarbeit und über Chancen und Herausforderungen digitaler Trends und Entwicklungen. Jede Sendung widmet sich einem gesellschaftlich relevanten Thema: Von der Macht der Künstlichen Intelligenz über die Blockchain bis zu Hetze in den sozialen Medien.

Verheiz dein Geld nicht

Die neueste Folge widmet sich dem Klimawandel. Steigende Strom- und Gaspreise sind gute Gründe, den eigenen Energieverbrauch zu senken. Doch vielen fällt dies schwer. Hier kommt der neue Ansatz Green Nudging in den Fokus, der helfen kann. Im Podcast erklären Professor Falk Uebernickel, Leiter des Lehrstuhls für Design Thinking und Innovationsforschung am Hasso-Plattner-Institut (HPI), und Vincent Beermann, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls, den Ansatz und sprechen mit Moderator Leon Stebe darüber, wie damit Menschen zum Energiesparen bewegt werden können.

https://podcast.hpi.de/#latest-episode-player

„Teurer Wohnen“ – ein siebenteiliger Podcast

Ab dem 19. Januar: „Teurer Wohnen“ – ein siebenteiliger Podcast über den Immobilienmarkt und wie bezahlbarer Wohnraum für teure Eigentumswohnungen verschwindet.

Die Baubranche schlägt Alarm, der Wohnungsneubau leidet unter den steigenden Preisen. Stehen bald alle Kräne still? An einer Ecke im Berliner Bezirk Charlottenburg jedenfalls nicht. Hier ist ein Nachkriegsbau verschwunden.

Den Abriss hat ein Immobilienunternehmen bestellt, das teure Eigentumswohnungen baut. Aus einem Mietpreis von acht Euro kalt wird ein Kaufpreis von 22.600 Euro pro Quadratmeter. Wie kann das passieren? Gibt es keine Regeln, keine Gesetze, die verhindern, dass bezahlbarer Wohnraum verschwindet, damit Luxuswohnungen gebaut werden? Wo doch bezahlbarer Wohnraum an allen Ecken und Kanten in Deutschland fehlt?

Die Antworten gibt es in dem siebenteiligen Podcast „Teurer Wohnen“: Von Politiker:innen, Makler:innen, Unternehmer:innen und Architekt:innen, von Menschen, die ihr Zuhause verloren haben und denen, die gerne teurer wohnen. Reporterin Charlotte Thielmann und ihr Team werten tausende Dokumente aus und folgen der Spur des Geldes bis nach Zypern.

„Teurer Wohnen“ ist eine siebenteilige Story vom Podcast-Radio detektor.fm und radioeins vom rbb. Alle Folgen werbefrei in der ARD Audiothek und unter anderem bei Amazon Music, Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts, RTL+ und Spotify.

Den Soundtrack für den Podcast „Teurer Wohnen“ schrieb der Hollywood-Komponist Volker Bertelmann a.k.a. Hauschka. Er hatte in der Podcast-Welt zuletzt mit der Musik für den „Day X“-Podcast der New York Times für Aufsehen gesorgt.

„Teurer Wohnen“ – ein siebenteiliger Storytelling-Podcast von radioeins vom rbb und detektor.fm: ab 19. Januar 2023 in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt. Die ersten beiden Folgen erscheinen am 19. Januar, alle weiteren wöchentlich an den darauffolgenden Donnerstagen.

https://detektor.fm/wissen/teurer-wohnen-trailer/embed

Mieten in Berlin könnten sinken, wenn …

Übrigens hat eine Studie, durchgeführt vom Stadtforscher Matthias Bernt – Leibnitz-Institut für Raumbezogene Stadtforschung in Erkner und Andrej Holm von der Humboldt-Universität zu Berlin für die Rosa-Luxemburg-Stiftung herausgefunden: Für mehr als 200.000 Haushalte könnten die Mieten um durchschnittlich 16 Prozent sinken, wenn die Wohnungen der sechs größten privaten Wohnungsunternehmen nach dem Vorbild der landeseigenen Wohnungsgesellschaften bewirtschaftet würden.

Für die Studie haben Bernt und Holm die Mietpreispolitik und die Geschäftsmodelle der sechs größten privaten Wohnungskonzerne in Berlin untersucht: Adler/ADO, Grand City Properties, Heimstaden/Akelius, Covivio, Deutsche Wohnen und Vonovia. Demnach verlangen die Großvermieter in ihren etwa 222.000 Wohnungen mit durchschnittlich 7,63 Euro pro Quadratmeter nettokalt Mietpreise deutlich über der in Berlin üblichen Vergleichsmiete von 6,86 Euro pro Quadratmeter nettokalt. Bei Neuvermietungen überschreiten sie die Mietpreisbremse systematisch. Gleichzeitig investieren sie dreimal mehr in Modernisierungen als in notwendige Instandhaltungen – bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen ist das Verhältnis umgekehrt.

Der Vergleich mit den städtischen Wohnungsunternehmen zeigt, dass solides Wirtschaften auch zu deutlich geringeren Mieten von 6,29 Euro pro Quadratmeter nettokalt im Durchschnitt, sowie bei deutlich höheren Ausgaben für Instandhaltung möglich ist. So könnte eine Vergesellschaftung nicht nur die Mieterinnen der „großen Sechs“ um durchschnittlich 45 bis 160 Euro im Monat entlasten. Es könnten auch jedes Jahr circa 7.000 Wohnungen zusätzlich an einkommensarme Mieterinnen mit Wohnberechtigungsschein (WBS) vermietet werden, und damit die soziale Versorgungsleistung der öffentlichen Wohnungsgesellschaften schlagartig um 75 Prozent erhöhen. Schließlich würde eine Vergesellschaftung gerade in besonders von Gentrifizierung belasteten Innenstadtvierteln für Entlastung sorgen. So könnte der öffentliche Bestand in Teilen von Moabit, Kreuzberg oder in ganz Nordneukölln fast verdoppelt werden – ein Zuwachs an günstigen Wohnungen, wie er durch Neubau oder Ankauf nicht annährend erreicht würde.

Im September 2021 hatte sich in Berlin eine Mehrheit der Wähler*innen mit 59,1 Prozent der gültigen Stimmen dafür ausgesprochen, die Bestände großer privater Wohnungsunternehmen, die in der Stadt mehr als 3.000 Wohnungen besitzen, zu vergesellschaften. Der neu gewählte rot-grün-rote Senat hatte daraufhin eine Expertenkommission gesetzt, die kürzlich in einem Zwischenbericht Zweifel an der rechtlichen Umsetzbarkeit sowie an einer Entschädigung der Konzerne unter Marktwert ausgeräumt hatte. Die vorliegende Studie belegt nun erstmals den sozialen Nutzen der Vergesellschaftung. Diese, so schreiben die Autoren, könne zwar nicht alle wohnungspolitischen Probleme lösen, „aber sie ist potenziell sehr wirksam. Aus der Sicht einer sozialen Wohnraumversorgung sollte dieses Instrument also genutzt werden“, schlussfolgern Bernt und Holm.

Standardbild
Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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