Nature’s Light

Blackmore’s Night: Nature’s Light

Ritchie Blackmore: Mit Deep Purple und Rainbow begründete er einst seinen Ruhm als legendärer Gitarrist, dessen ausdrucksstarker, virtuoser und eigenwilliger Stil Vorbild für eine ganze Generation von Rock-Gitarristen wurde. Unvergessen seine Riffs in Songs wie „Smoke on the Water“ und „My Woman from Tokyo“ oder seine melodiösen Solo-Parts wie in „Child in Time“. Ende der 1990er Jahre war damit Schluss. Blackmore hing seine Stratocaster an die Wand, um gemeinsam mit seiner heutigen Frau Candice North das Projekt Blackmore’s Night aus der Taufe zu heben. Konzeptionell stand die Musik des Duos für eine Mischung aus Folk und Rock mit mal mehr, mal weniger ausgeprägten Anleihen bei der Renaissancemusik. Seine Kritiker sahen in diesem unerwarteten Genrewechsel allzu vorschnell das Ende der Legende Blackmore. Auch knapp 25 Jahren nach ihrem Debüt Shadow of the Moon ist die Formation sehr erfolgreich. Vor allem in Deutschland erfreut sich Blackmore’s Night großer Beliebtheit, woran die Live-Konzerte, die häufig auf Burgen stattfinden und bei denen die Musiker in historischen Gewändern agieren, sicherlich ihren Anteil haben dürften.  

Mit ihrem heute erschienenen elften Studioalbum NATURE’S LIGHT setzt die Band erneut auf ihre erprobte Mischung aus Folk, Pop und Elementen der Renaissancemusik, wobei Pop- und Folk-Anteile hier den größeren Stellenwert haben als in der Vergangenheit. Das Album umfasst zehn Songs. Gefühlvolle Balladen stehen neben Stücken, die in bewährter Manier mit der „Blackmoreizing Machine“ kreiert werden. Hierzu bedient sich Blackmore einer alten Melodie als Vorlage und arrangiert das Stück neu, wobei der Einsatz historischer Instrumente wie Domra, Drehleier, Cornamuse, Schalmei und Rauschpfeife markante, renaissanceorientierte musikalische Akzente setzt. Ein gutes Beispiel hierfür der Song „Going to the Faire“, der aus einer kindlich-naiven Perspektive über die freudige Erwartung an den Besuch eines mittelalterlichen Marktes mit all seinen Lustbarkeiten erzählt. Das Original ist eine Komposition des franko-flämischen Instrumentalisten Tielman Susato aus dem 16. Jahrhundert.

Die Mehrzahl der Songs sind gemeinsame Kompositionen von Ritchie Blackmore (Musik) und Candice Night (Texte). Neben den traditionalen neu arrangierten Stücken gibt es auch zwei Covertitel: „Wish You Were Here“ (Rednex, nicht Pink Floyd!) und „Second Element“ (Sarah Brightman). Zwei Instrumentalstücke runden das Album ab, bei denen Blackmores legendärer Gitarrenstil noch einmal aufblitzt: Der Song „A Darker Shade of Black“, dessen Titel wohl kaum zufällig wie eine Verballhornung des Rockklassikers „A Whiter Shade of Pale“ von Procul Harum klingt und der ähnlich wie dieser von den Akkordfolgen aus Bachs Suite „Air“ inspiriert wurde. Und der Track „Der letzte Musketier“, ein kraftvoller Rockblues, mit dem sich der Brite vor den beiden verstorbenen Mitgliedern seiner ersten Band „The Three Musketeers“ verneigt.   

Die zweite CD mit dem Titel „Blackmore’s Night Classics“ bietet einen Querschnitt durch das Gesamtoeuvre der Band und enthält bekannte Klassiker wie „Shadow of the Moon“, „Empty Words“ und „Storm“. 

Nicht nur hartgesottenen Fans von Blackmore’s Night dürfte das Album NATURE’S LIGHT gefallen. Blackmores filigranen akustischen Gitarrenmelodien und Nights wunderbare ätherische Stimme verschmelzen in großer Harmonie mit einer Vielzahl von historischen Instrumenten.  

Das Album ist in verschiedenen Formaten erhältlich. Neben der Standard-CD gibt es eine limitierte Ausgabe als Hardcover Mediabook inkl. Bonus-CD „Classics“ sowie ebenfalls limitiert als LP Yellow Vinyl und als Download.

Titelfoto: Minstrel Hall Music / Photocredit: Michael Keel

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