Joe Biden

Versprich es mir – Joe Biden über Hoffnung am Rande des Abgrunds

Alle Familien haben Rituale und Traditionen, die ihnen wichtig sind. Auch die Familie von Joe Biden. Seit vierzig Jahren reist sie auf die nur 125 Quadratkilometer große Insel Nantucket im Bundesstaat Massachusetts der Vereinigten Staaten, um Thanksgiving zu feiern. Joe Biden erzählt in seinem Buch “Versprich es mir”, wie es dazu kam, dass dieser Ort jedes Jahr erneut mit der im Laufe der Zeit anwachsenden Zahl von Familienmitgliedern zum Feiern des wichtigen amerikanischen Feiertages auserkoren wurde. Auf die Familien wartete immer derselbe Ablauf dieser Tage.

Nur im November 2014 fühlte sich alles ganz anders an. Denn Beau, der älteste Sohn von Joe Biden, hat eine schwerwiegende Diagnose erhalten. Ein bösartiger Hirntumor, dessen Vorhandensein sich schon einige Monate zuvor bemerkbar gemacht hatte. Leichte Lähmungserscheinungen waren fälschlicherweise als Symptome eines Schlaganfalls durch ein Blutgerinsel gedeutet worden. Beau und Hunter stammen aus der ersten Ehe von Joe Biden. Durch einen tödlichen Autounfall kamen seine damalige Frau und kleine Tochter ums Leben. Nun war das Leben des ältesten Sohnes in Gefahr. Joe Biden, der seit bereits sechs Jahren Vizepräsiden von Barack Obama war, setzte alle Hoffnung darauf, dass der Hirntumor seines Sohnes heilbar war. Auch Beau kämpfte mit aller Kraft darum, den Krebs zu besiegen.

Biden beschreibt, wie er trotz dieser Ängste um seinen Sohn den vielfältigen Aufgaben seines Amtes nachkommt. Eigentlich hatte er es nicht annehmen wollen. Er liebte seine Arbeit als Senator, die vielseitig und politisch ambitioniert war. Dagegen schienen die Pflichten eines Vizepräsidenten eher begrenzt zu sein. Doch Barack Obama hielt sein Versprechen, band ihn in alle Belange ein und ließ ihn viele wichtige Begegnungen und diplomatische Aufgaben erfüllen. So reiste Biden als Vizepräsident mehr als hunderttausend Meilen rund um die Welt und befasste sich mit schwierigen Krisen in der Ukraine, in Mittelamerika und im Irak.

Unterdessen bemühten sich die Ärzte mit vielen verschiedenen und neuartigen Behandlungsmethoden um Beau, um das Leben seines Sohnes zu retten. Doch schließlich gewann das Glioblastom die Oberhand. Der kurze, aber mutige Kampf seines erfolgreichen, talentierten und überaus sympathischen und geliebten Sohnes war vorbei. Doch eines bleibt Biden bis heute in Erinnerung “Versprich mir Dad, dass du klar kommst”. Der designierte 46. Präsident der USA hat sein Versprechen gehalten.

Seine Erinnerungen sind in diesem Buch festgehalten. Ein Buch, das offenbart, wie stark die Beziehung und die Bindung der Familie Biden ist. Natürlich ist es ein subjektiver Blick auf das Geschehen, doch die LeserInnen gewinnen dennoch einen starken Eindruck von der Persönlichkeit Joe Bidens, seiner großen Liebe zu seiner Familie, aber auch zu seinem Land, für das er bisher erfolgreich als Politiker und Demokrat mit viel politischem Gespür und Engagement gearbeitet hat. Sehr bewegend und anschaulich, aber ohne falsches Pathos geschrieben.

Versprich es mir
ÜBER HOFFNUNG AM RANDE DES ABGRUNDS

Autor: Joe Biden

Aus dem Amerikanischen von Henning Dedekind und Friedrich Pflüger.

978-3-406-76713-5
Erschienen am 24. November 2020
250 S.

Verlag: C.H. Beck

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