Jonas Jonasson – Mörder Anders

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Was haben eine Pastorin, ein Hotelrezeptionist und ein Mörder gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht sehr viel? Und doch bringt das Schicksal sie zusammen. Unter den Dreien ist der auffälligste wohl Johan Andersson, den alle mit gutem Grund nur „Mörder-Anders“ nennen. Denn Morde haben ihn sein bisheriges Leben zumeist im Knast verbringen lassen. Per Persson ist der Hotelrezeptionist des schmuddeligen Hotels, in das sich Mörder Anders einquartiert hat. Mit ihm ist immer noch nicht gut Kirschen essen, doch Per weiß, wie er mit ihm umgehen muss. Der nüchterne Mann, der am liebsten Zahlen auf seiner Excel-Tabelle kontrolliert, erhofft sich nicht mehr viel vom Leben. Sein Vater hat ihm dies gründlich vermasselt. Davon kann auch die Pastorin Johanna Kjellander, die der Rezeptionist eines Nachmittags zufällig trifft, ein Lied singen. Denn ihrem Vater hat sie es zu verdanken, dass sie diesen Job Pastorin durchziehen musste. Sie kennt zwar jede Bibelstelle, die sie im geeigneten Moment auch zitiert, aber gläubig oder gar eine gute Pastorin ist sie deshalb noch lange nicht.  Redegewand und intelligent wie sie ist, ahnt die Pastorin schnell, warum es eine gute Idee ist, sich mit den beiden Männern zusammenzutun. Sie gründen eine „Körperverletzungsagentur“.

Mörder-Anders ist nicht der Hellste, ihm ist es gleich, wem er die Beine bricht oder die Arme, man muss ihm nur genauestens erklären, wo rechts und links ist und ihm nach getaner Tat eine Pulle Bier oder Wein hinstellen. Die Geschäfte laufen prima, bis Mörder-Anders plötzlich von der Bibel angetan ist und die Pastorin um Bibelstunden bittet. Diese geizt damit, wohl wissend, dass eventuell ihr Geschäftsmodell kippen könnte, denn allzu viel religiöses Wissen ist in diesem Zusammenhang schädlich. Und damit liegt sie ganz richtig. Doch den kreativen Einfällen des Rezeptionisten und der Pastorin, Geld mit dem Mörder Anders zu erwirtschaften, sind kaum Grenzen gesetzt. Wenn da nur nicht die Stockholmer Gangsterbosse wären….

Urkomisch und skurril, aber immer mit einem klugen Blick auf die Realität gerichtet, erzählt der Autor die Geschichte seiner drei Protagonisten, die es immer wieder schaffen, mit ihrer Profitgier Gesetze zu umgehen, Menschen auszutricksen und am Ende doch noch zu begreifen, dass nicht alle Menschen hassenswert, sondern einige Exemplare sehr liebenswert  sind. Ein moderner Schelmenroman – unbedingt lesenswert!

Mörder Anders und seine Freunde
nebst dem einen oder anderen Feind
Autor: Jonas Jonasson

Roman
Aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
ISBN: 978-3-570-58562-7
Verlag: carl’s books

Jonas Jonasson (Autor)

Jonas Jonasson, geboren 1961 im schwedischen Växjö, arbeitete zunächst als Journalist und gründete später eine Medien-Consulting-Firma. Nach 20 Jahren verkaufte er die Firma und schrieb den Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Das Buch wurde zum legendären Weltbestseller. Auch sein zweiter Roman „Die Analphabetin, die rechnen konnte“, wurde in Deutschland ein Nr.-1-Bestseller und verkaufte sich über 1,2 Millionen Mal. Jonas Jonasson lebt auf der schwedischen Insel Gotland.

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