FEDERICO FELLINI – Von der Zeichnung zum Film

Er zählt zu den bedeutendsten Regisseuren der Filmgeschichte – Federico Fellini (1920–1993). Produktionen wie «La strada» (1954), «La dolce vita» (1960), «Amarcord» (1973) und «La città delle donne» (1980) sind Filmklassiker, die immer noch vom Publikum geliebt werden. Ihre Themen reflektieren mit Prägnanz die italienische Gesellschaft, aber auch westliche Wertevorstellungen des 20. Jahrhunderts.

Das Kunsthaus Zürich zeigt vom 1. Juli bis 4. September 2022 anhand von 500 Exponaten, wie der legendäre italienische Filmemacher Federico Fellini die Szenen und Charaktere seiner Filme in Zeichnungen entwickelte. Eine ungewöhnliche und umfassende Ausstellung, die auch außerhalb der Schweiz Aufsehen erregen wird.

Federico Fellini
Casanova (Donald Sutherland),
1976 (Il casanova)
Filzstift
Graziano Mandozzi,
© 2022, ProLitteris, Zurich

ÜBER DIE ZEICHNUNG ZU DEN FIGUREN IM FILM

Fellini war ein überaus visueller Mensch, der die einzelnen Szenen oder Ausstattungsdetails seiner Film vor seinem inneren Auge schon früh sah. Dabei galt sein Interesse in erster Linie den Figuren, die seine Filme bevölkern. Fellini entwickelte die Szenen und Charaktere seiner Filme in Zeichnungen. Diese schnellen Skizzen dienten ihm selbst zur Orientierung, fanden aber auch Verwendung, um dem Filmteam seine Ideen zu veranschaulichen.

Federico Fellini
Ohne Titel (Frau Carla), 1962–1963
(8 ½)
Filzstift und Fineliner, 28 x 22 cm
Sammlung Jakob und Philipp Keel,
© 2022, ProLitteris, Zurich

Sie geben auch Aufschluss über Fellinis künstlerische frühe Prägung. Denn er war zuerst als Karikaturist und Erfinder humoristischer Zeichnungen für Zeitungen tätig. Deshalb haben seine Filmzeichnungen einen deutlichen Zug ins Karikaturhafte, bisweilen Groteske. Es ist dieser spezifische Stil, der die Zeichnungen unabhängig von den filmischen Werken zu künstlerisch bemerkenswerten, eigenständigen Schöpfungen macht.

BEDEUTENDE PRIVATE SAMMLUNGEN. FILMTRAILER UND REQUISITEN

Die Ausstellung umfasst rund 500 Exponate: Zeichnungen, Setfotografien und direkt aus den Filmen stammende Requisiten. Sie ist von Cathérine Hug, die die Präsentation im Kunsthaus Zürich kuratiert, in Zusammenarbeit mit Tobias Burg, der sie zuvor am Museum Folkwang in Essen verantwortete, erarbeitet worden.

Begleitend ist im Steidl Verlag in Zusammenarbeit mit dem Diogenes Verlag und der Edition Folkwang der Katalog in deutscher Sprache (215 Seiten, über 250 Abbildungen) erschienen. Er wird in Zürich ergänzt um eine Broschüre (60 Seiten, über 40 Abbildungen) mit den Zusatzleihgaben der Zürcher Ausstellungsstation. Die Doppelpublikation enthält Texte von Tobias Burg, Nora Gomringer, Cathérine Hug und Gérald Morin. Sie ist für CHF 42.– im Kunsthaus-Shop erhältlich.

Vom 1. Juli bis 4. September im Kunsthaus Zürich zu sehen. Zusätzlich gibt es umfassendes Veranstaltungsprogramm.

Titelbild: Federico Fellini. Dal disegno al film
Vista della mostra Kunsthaus Zürich, 2022
Foto © Franca Candrian, Kunsthaus Zürich
Opere © 2022, ProLitteris, Zurich

Standardbild
Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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