WILDNIS – eine Ausstellung in der Schirn

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In Zeiten, in denen die weißen Flecken auf den Landkarten dieser Welt weitgehend verschwunden sind und ein „unberührter Naturzustand“ fast nur noch in Form von ausgewiesenen Reservaten existiert, rückt die Wildnis wieder in den Fokus der Kunst.

Die Suche nach letzten freien Plätzen, die Expedition als künstlerisches Medium, Visionen einer posthumanen Welt prägen die Werke vieler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler ebenso wie die Neuverhandlung des Verhältnisses von Mensch und Tier. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet der wiederkehrenden Faszination von der Wildnis seit dem 1. November 2018 bis zum 3. Februar 2019 eine umfassende Themenausstellung.

Hicham Berrada, Ghost #1, seit 2013, Glasgefäß, Säure, Gänseblümchen, Kamera, Live-Projektion, Full-HD-Farbvideo, ca. 6 Min, Wentrup, Berlin und kamel mennour, Paris/London

Die Ausstellung widmet sich dem Thema der Wildnis nicht in erster Linie ikonografisch, sondern fragt vielmehr nach der Beziehung von Wildnis und Kunst im 20. und 21. Jahrhundert, um sie aus aktueller Perspektive zu beleuchten. Die Ausstellung entfaltet einen thematisch angelegten Dialog zwischen zeitgenössischen und historischen Werken. Schwerpunkte bilden die durch die Romantik popularisierte Ästhetik des Erhabenen, die Erkundung von Wildnis als künstlerischem Erfahrungsraum, die metaphorische Dimension von Wildnis als schöpferischem Prinzip und die Erschaffung neuer, artifizieller Formen des Themas mit den Mitteln der Kunst. Gemälde, Fotografien, Grafik, Video- und Soundarbeiten, Skulpturen sowie Installationen stellen Verbindungen zwischen Wildnis und Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart her.

Gerhard Richter, Tiger, 1965, Öl auf Leinwand, 140 x 150 cm, Museum Morsbroich, Leverkusen, © Gerhard Richter 2018 (0127)

Es werden über 100 bedeutende und eindrucksvolle Kunstwerke von 34 internationalen Künstlerinnen und Künstlern präsentiert, darunter Julian Charrière, Ian Cheng, Marcus Coates, Tacita Dean, Mark Dion, Jean Dubuffet, Max Ernst, Camille Henrot, Asger Jorn, Per Kirkeby, Joachim Koester, Ana Mendieta, Georgia O’Keeffe, Gerhard Richter, Henri Rousseau und Carleton E. Watkins.

WILDNIS
1. NOVEMBER 2018 – 3. FEBRUAR 2019

Schirn-Kunsthalle Frankfurt

Titelbild:Julian Charrière, Panorama 52° 29′ 50.88″ N 13° 22′ 19.37″ E, 2011, C-print on Alu-Dibond, 100 x 150 cm, Courtesy André Schlechtriem, © the artist & VG Bild-Kunst, Bonn 2018