Albert Hammond: Body of Work

Kein Zweifel: der Mann hat Musikgeschichte geschrieben. In den 1970er-Jahren schüttelte Albert Hammond jede Menge Welthits wie „It Never Rains In Southern California“, „Free Electric Band“, „I’m A Train“ oder „Down By The River“ aus dem Ärmel. Dazu stammten zahlreiche Klassiker, die er für andere Musiker schrieb, aus seiner Feder. Großartige Songs wie „The Air That I Breathe“ (Hollies), „When I Need You“ (Leo Sayer), „Nothing’s Gonna Stop Us Now“ (Starship) und Whitney Houstons Hymne für die Ewigkeit „One Moment In Time“.  In den vergangenen Jahrzehnten wurde es allerdings ruhiger um den britischen Singer/Songwriter, obwohl er sich redlich bemühte, mit der jüngeren, talentierten Konkurrenz mitzuhalten. Schließlich warfen ihn persönliche Schicksalsschläge und eine langwierige Erkrankung vollends zurück.

Doch 20 Jahre nach seinem Album „Revolution of the Heart“ will es der Barde mit seinem neuen am 1. März erschienenen Opus BODY OF WORK noch einmal wissen, das in Nashville und den Berliner Hansa Studios entstand. Es umfasst 17 in Zusammenarbeit mit seinem alten Freund John Bettis geschriebene und komponierte Songs, die zeigen, dass Hammond immer noch ein sicheres Händchen für gutes Songwriting hat. Stilistisch erweist sich das vielfältige Album als ein gelungener Mix aus Rock, Folk, American und klassischem R&B.  In den Texten tritt der altersweise Brite einen Schritt zurück und wirft mit Themen wie Sterblichkeit und Krieg („Young Llewelyn“) oder Apathie angesichts politischer und sozialer Krisen („Don’t Bother Me, Babe“) einen nachdenklichen Blick auf den gegenwärtigen Zustand der Welt. Daneben haben aber auch romantische, sentimentale Balladen ihren Platz wie der Song „Bella Blue“, in dem Hammond über eine verlorene Liebe sinniert.

„Es hat einfach so viel mit meinem jetzigen Leben zu tun“, sagt Hammond im Interview mit dem US-Magazine American Songwriter über BODY OF WORK.  „Mein Gesamtwerk ist Teil meines Lebens. Es sind meine 80 Jahre in dieser Welt, was ich wahrgenommen habe, was ich gelernt habe und was ich gefühlt habe. Und es gibt nichts Besseres, als darüber zu schreiben, weil man sich das von der Seele schreiben kann.“

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Hans Kaltwasser
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