Iiro Rantala – My Finnish Calendar

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Der finnische Pianist Iiro Rantala gehört zu den führenden Jazzmusikern der gegenwärtigen europäischen Jazzszene und ist immer wieder für eine Überraschung gut. Auf seinem Album „Lost Heroes“ aus dem Jahre 2011 interpretierte er Werke seiner Idole Bill Evans, Erroll Garner, Art Tatum, Esbjörn Svensson und andere. 2015 begeisterte er sein Publikum mit „My Working Class Hero“, auf dem er die Musik des Ex-Beatle John Lennon in jazzigem Gewand zu neuem Leben erweckte. Auf MY FINNISH CALENDAR, das soeben erschienen ist, nimmt er uns mit auf eine Reise durch die finnischen Jahreszeiten.

Vivaldi etwa als Vorbild? Wenigsten zum Teil, denn der hatte nur vier Jahreszeiten. Rantala hingegen fächert das Jahr musikalisch detaillierter auf, indem er alle zwölf Monate des Jahres mit genau zwölf einzelnen Kompositionen vertont. Jeder Monat weist dabei seine eigene charakteristische Stimmung auf, die sich entsprechend der vorherrschenden Wetterlage ändert. So folgt etwa auf den schwermütigen Januar ein gut gelaunter Februar; der März mit seinen perlenden Klavierläufen klingt wiederum ganz anders als der April.

Ein wenig erinnern Rantalas Kompositionen an Filmmusikminiaturen und das ist kein Zufall, weil hinter jedem Song ein Narrativ steckt, das der Musiker in den beiliegenden Liner Notes erläutert. Denen ist auch zu entnehmen, dass Rantalas Lieblingsmonat der November ist. Dessen Dunkelheit liebt er, weil man sich so gut darin verstecken kann. Vermutlich kommt die Vertonung deshalb eher versöhnlich und wohlig herüber.

Dieses Album möchte man immer wieder hören. Denn Iiro Rantalas musikalisches Almanach MY FINNISH CALENDAR lädt uns mit zwölf exzellenten, kurzweilig präsentierten Kompositionen und einen guten Schuss Humor durch eine Reise durchs Jahr ein. – H.Kaltwasser –

Iiro Rantala – My Finnish Calendar

bei ACT am 30.08.2019 erschienen

Foto: Iiro Rantala / Copyright ACT Gregor Hohenberg

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