Here comes the sun – Musik, Wetter und die Charts

Musik ist ein zentraler Bestandteil der menschlichen Erfahrung und für die meisten Menschen auf der ganzen Welt ein allgegenwärtiges Element des täglichen Lebens. Das Hören von Musik erfüllt zahlreiche psychologische Bedürfnisse und wirkt sich auf die Stimmung aus. Die Fähigkeit der Musik, Emotionen zu beeinflussen, kennzeichnet praktisch jede musikalische Aktivität, von der Komposition und Aufführung über das Musikhören bis hin zu den zahlreichen Anwendungen von Musik in der Gesellschaft. So entscheiden sich Menschen oft dafür, Musik zu hören, um ihre aktuellen Emotionen zu verändern.

Beziehung zwischen Jahreszeiten und Musikvorliebe

Energiegeladene Musik im Frühling und Sommer und „melancholische“ Musik im Winter, für Musikhörende nicht überraschend und durch viele Untersuchungen bestätigt. Eine groß angelegte Studie über den Musikkonsum einer Stichprobe von 1 Million Hörern ergab konsistente tages- und jahreszeitliche Muster bei den Vorlieben für bestimmte Musikmerkmale in 51 Ländern: energiegeladene Musik während der normalen Arbeitszeiten – entspannende Musik am späten Abend, das deutet daraufhin, dass die Musikauswahl die Stimmung der Hörer prägt und widerspiegelt.

Wetter und Musik

Obwohl die Beziehung zwischen Wetter und Musikhören noch nicht untersucht wurde, gibt es eine Reihe von Untersuchungen über Zusammenhänge zwischen dem Wetter und verschiedenen nicht-musikalischen Aspekten von Stimmung und Verhalten. Einige Hinweise deuten darauf hin, dass Sonnenschein und Wärme mit größerer Aktivität und positiverer Einstellung und Verhaltensweise einhergehen. Kaltes Wetter scheint dagegen zu weniger aktiven und reflektierteren Emotionen und Verhaltensweisen verbunden zu sein.

Was lässt einen Song die Spitze der Charts erklimmen?

Was einen Song auf dem hart umkämpften Musikmarkt erfolgreich macht, bleibt jedoch selbst für Fachleute oft ein Rätsel. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main hat herausgefunden, dass Umweltfaktoren wie beispielsweise Wetterbedingungen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Hörerpräferenzen und -entscheidungen spielen können – und damit auch Einfluss auf den Erfolg eines Songs auf dem Markt haben könnten.

Musikmerkmale populärer Lieder spiegeln die vorherrschenden Wetterbedingungen wider

Für eine Studie, deren Ergebnisse kürzlich im Fachmagazin Royal Society Open Science erschienen sind, analysierten Forschende mehr als 23.000 Songs, die von 1953 bis 2019 in den wöchentlichen UK-Top-Charts standen. Bei der Analyse fand das Wissenschaftlerteam heraus, dass nur Merkmale hoher Intensität und positiver Emotionen mit dem Wetter zusammenhingen. Weisen Songs eine niedrige Intensität und negative Emotionen auf, hängt deren Erfolg überhaupt nicht vom Wetter ab.

Unsere Charts sind bevölkert mit Songs, die unabhängig vom Wetter stets postive Emotionen auslösen.

Jon Batiste – “Calling Your Name”

„World Music Radio“, lautet der Titel des neuen Albums von Jon Batiste. Das Multitalent hat mit seinem Vorgänger „We Are“ Erfolgswellen produziert, wurde für elf Grammys in sieben Kategorien nominiert und gewann schließlich fünf dieser Grammys, darunter den für das Album des Jahres. Mit der Single “Calling Your Name” kündigt Batiste sein für den 18. August angekündigtes Album an, das sicher auf allen Kanälen gute Schwingungen verbreiten wird.

AKIRA KOSEMURA – Jahreszeiten

Klar, minimalistisch und inspiriert von der natürlichen Umgebung Japans und seinen Jahreszeiten bringt Akira Kosemura die Schönheit des Wandels in seinem Heimatland zum Ausdruck – Kirschblüten, die Regenzeit, herabgefallene Blätter und verschneite Landschaften.

Matthew Halsall – Calder Shapes

Der in Manchester ansässige Trompeter, Bandleader und Komponist Matthew Halsall hat kürzlich sein neues Studioalbum „An Ever Changing View“ angekündigt, das Halsalls charakteristische Mischung aus Jazz, Electronica, globalen und spirituellen Jazzeinflüssen präsentiert und seinen Status als eine der vitalsten Stimmen der Instrumentalmusik bestätigt. An Ever Changing View erscheint am 8. September bei Gondwana Records (dem von Halsall vor 15 Jahren gegründeten Label)

SebastiAn / London Grammar – „Dancing By Night“

Der französische Produzent SebastiAn und das britische Trio London Grammar veröffentlichen die gemeinsame Single „Dancing By Night“. Der eingängige Song kommt zusammen mit einem Video der Fotografin und Regisseurin Jeanne Lula Chauveau. „Dancing By Night“ ist auch auf der Remix-Compilation „London Grammar – The Remixes“ zuhören, die am 21. Juli bei Ministry of Sound veröffentlicht wird.

Lemonade – Till Brönner & Bob James

Dieser Song erzeugt Sommerlaune, auch wenn das Wetter schlecht ist. Aus dem Album „On Vacation“ – Till Brönner & Bob James. Übrigens hat sich unser Besuch auf dem Open Air Festival Kampen Jazz by Till Brönner dieses Jahr trotz schlimmster Wetter-Vorwarnungen sehr gelohnt. Es bliebt trocken und die Musik war alles andere als das, sondern einfach toll!

Quelle: https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rsos.221443

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.

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