Unsere ExtraSchicht in Mülheim an der Ruhr

image

Ich muss zugeben, dass ich zuvor noch nie etwas über die ExtraSchicht gehört habe. Das hat natürlich individuelle Gründe. Die 18. Extraschicht in der Metropole Ruhr und unser Besuch bei den Veranstaltungen in Mühlheim an der Ruhr haben uns gezeigt, dass es dagegen viele begeisterte Kenner dieses Events gibt. Ab jetzt gehören wir dazu.

Der Müga-Park, die “grüne Lunge” inmitten der Stadt, begrüßt uns am frühen Abend mit immer noch viel Sonnenschein, lautstarker Rockmusik und vielen Gästen. Die Musik kommt aus dem Hof des vor der “Müga” gelegenen Schloß Broich, wo ein Festival mit zahlreichen Bands stattfindet, aber  nichts mit der ExtraSchicht zu tun hat. Dennoch sorgt das Konzert für ein ganz besonderes Feeling. Entschlossen wenden wir uns nun dem nur einige Gehminuten entfernten Ringlokschuppen zu, der jedoch seit 1943 seiner eigentlichen Funktion beraubt ist, Dampflokomotiven unterzustellen.

Nun ist er zu einer coolen Entertainment-Location geworden. Theater, Tanz, Konzerte, Puppentheater, Comedy und Kleinkunst finden dort in kleinen und größeren, aber sorgfältig renovierten Sälen statt. Auch Sonderausstellungen gibt es hier immer mal wieder, und Künstler und Künstlerinnen aus der ganzen Welt gastierten bereits hier. Die besondere architektonische Gestalt des Gebäudes, die denkmalgeschützte Stahlfachwerkfassade, blieb erhalten. Ein kleines Restaurant hält die Gäste kulinarisch bei Laune.
Ring-Lokschuppen in Mülheim an der Ruhr

Unweit davon steht ein geducktes rotes Zelt, in dem sich junge und ältere Leute versammeln. Bei näherem Hinsehen erweist es sich als Lesezelt, eine Jurte, die zum Zuhören einlädt. Hier hält ein Erzähler mit vielen Geschichten die kleinen und großen Zuhörer in Atem, die begeistert an seinen Lippen hängen und sich nicht satthören konnten.

Die Besucher lauschen den Erzählungen im Lesezelt

Filmmuseum mit größter begehbarer Camera Obscura gibts in Mühleim Ruhr

Gar nicht weit davon entfernt stoßen wir auf einen imposanten Wasserturm, der keiner mehr ist. Nicht die erste Überraschung dieses Abends. Denn in der Kuppel des alten Broicher Wasserturms befindet sich die größte begehbare Camera Obscura der Welt.

Broicher Wasserturm

Der alte Broicher Wasserturm beinhaltet die größte begehbare Camera Obscura der Welt

Heute sind Videos mit dem Smartphone schnell gemacht und auch wieder zu löschen. Wie sich diese Entwicklung von den Anfängen bis heute zugetragen hat, das kann man durch eine lückenlose Dokumentation zur Vorgeschichte des Films mit einzigartigen Exponaten hier erfahren. Das Filmmuseum nimmt uns auf eine faszinierende Reise durch die Welt der visuellen Wahrnehmung, optischen Täuschung und physikalischen Hintergründe bewegter Bilder mit.

Vorläufer der heutigen Filmkameras

Noch mehr Kultur! Diesmal in der Alten Dreherei, die man findet, wenn man nach Verlassen der Camera Obscura links an ihr vorbei zum Ende des Müga-Parkes geht. Ein Kulturzentrum mit sehenswerter alter Kulisse, deren Innenleben man aus Anlass der ExtraSchicht mit prächtigen Oldtimern verschiedenster Pferdestärken gefüllt hatte. Auch eine alte Straßenbahn war dabei. Modelleisenbahnen drehten ihre Runden und begeisterten große und kleine BesucherInnen.


Langsam ist es dunkel geworden, und  junge Männer mit angeschnallten Doppeldeckerflügel stolzieren auf LED-geschmückten Stelzen an uns vorbei und verabschieden uns aus dem Müga-Park, der uns sehr gut unterhalten hat. Die uns bisher vollkommen unbekannte Stadt, Mülheim an der Ruhr, hat einen rundum schönen, kulturellen und freundlichen Eindruck bei uns hinterlassen.

Fotos: Hans Kaltwasser