Heute haben wir zwei spannende Ausstellungen für Sie, in denen Kunstwerke aus ungewöhnlichen Materialien zum Staunen einladen. Es sind einmal die Werke des im vergangenen Jahr verstorbenen Künstlers Günther Ueckers im Arp Museum und eine Gruppenausstellung im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main.
Günther Uecker: Die Verletztlichkeit der Welt
Die Ausstellung im Arp Museum ist die erste nach dem Tod des Künstlers. Aus gewöhnlichen Stahlnägeln, die Menschen täglich herstellen und verwenden, erschuf der berühmte Künstler faszinierende Kunstwerke. Aus der Ferne entfalten sie ihre magische Kraft, doch auch ein direkter Blickkontakt erzählt spannende Geschichten.
Im Rampenlicht glänzen Ueckers übernagelte Objekte und seine tiefgründige Frage nach der „Verletzlichkeit des Menschen durch den Menschen“. Der Künstler hat sich ein Leben lang in seinen Malereien, textilen Objekten, Nagelreliefs und -objekten, Skulpturen, kinetischen Arbeiten, Lichtobjekten, Installationen, Bühnenbildern und Filmen mit diesem Thema beschäftigt.
Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt die Werke vom 8. Februar bis 14. Juni 2026
Wolle. Seide. Widerstand

Ganz anders ist das Material, das die Künstlerinnen für ihre Kunstwerke benutzt haben, die im Museum für angewandte Kunst in Frankfurt am Main zu sehen sind. Teppiche stehen hier im Fokus und sind nicht nur traditionelle Dekorationsgegenstände, sondern Kunstwerke. Mit Knüpfen, Weben oder Tuften sowie einer Mischung aus traditionellen und modernen Materialien verschmelzen jahrhundertealte Textiltraditionen mit der heutigen Zeit.
Denn ein Teppich kann viele Facetten des Widerstands miteinander verweben. Die Ausstellung präsentiert Teppiche internationaler, zeitgenössischer Künstler:innen, die sich mit Themen des politischen Widerstands, der individuellen und kollektiven Resilienz sowie Resistenz befassen.
Die Ausstellung lädt dazu ein, Teppiche nicht aus einem stilgeschichtlichen Blickwinkel zu betrachten, sondern sie vielmehr im Interesse einer Entwicklungslinie zu zeigen, die außerhalb einer traditionellen westlichen Teppichrezeption steht. Und auf welche Weise verkörpern Teppiche eine „Ästhetik textilen Widerstands“? Was macht dieses Medium für Künstler:innen so interessant, um über Widerstand nachzudenken?
Die Ausstellung ist vom 7. Februar bis 24. Mai 2026 im Museum Angewandte Kunst zu sehen.
Titelbild: Ausstellungsansicht Günther Uecker Die Verletzlichkeit der Welt Arp Museum VG Bild Kunst Bonn 2026 Foto Mick Vincenz




