Zwei tolle Filme – zwei hervorragende Regisseurinnen

Zwei Regisseurinnen: Marie Kreutzer krempelt das Bild der Kaiserin Sissi komplett um, die Regisseurin Laura Bispuri das Bild einer Familie.

Sissi – der Name ist verbunden mit einer einzigartigen Person – Elisabeth, Kaiserin von Österreich-Ungarn. Doch diese im Film „Corsage“ gezeigte „Sissi“ hat nichts mit der von Romy Schneider verkörperten gehorsamen und kitschig gezeichneten Monarchin zu tun.

Angelehnt an der historisch gut dokumentierten Biografie der berühmten Kaiserin Elisabeth von
Österreich-Ungarn entblättert die Filmemacherin Marie Kreutzer Schicht um Schicht den fragilen Seelenzustand der Monarchin und schenkt ihr das Narrativ einer furchtlosen, radikalen Frau. Kreutzer gelingt mit tiefer Empathie für die ikonische Kaiserin, die im höfischen Zeremoniell sinnbildlich wie in einem immer enger werdenden Korsett keine Luft zum Atmen mehr findet.

Vicky Krieps spielt Sissi im Film Corsage Foto: Ricardo Vaz Palma

Es wird die Metamorphose der Kaiserin zu einem freien Menschen gezeigt, der sich von jedem Status, jeder Körperlichkeit und jedem Erwartungsdruck löst. Unerschrocken und gleichzeitig mit großer Leichtigkeit traumwandelt die Schauspielerin Vicky Krieps (DER SEIDENE FADEN, OLD) als Elisabeth durch eine misogyne, feindselige Welt, in der sie sich unter den Augen der Öffentlichkeit und ihrer Familie ihren neuen Platz im Leben sucht.

Ein Film von MARIE KREUTZER
Mit Vicky Krieps, Florian Teichtmeister, Katharina Lorenz, Manuel Rubey u.a.

MARIE KREUTZER (DREHBUCH UND REGIE)

Marie Kreutzer, geboren in Graz, zählt zu den wichtigsten und etabliertesten Filmemacher*innen
Österreichs. Nach ihrer Matura an der AHS Modellschule, einer Alternativschule mit künstlerischem
Schwerpunkt, begann sie ihr Studium an der Filmakademie Wien im Fachbereich Buch und
Dramaturgie bei Walter Wippersberg und absolvierte mit Auszeichnung. Danach war sie als Script &
Continuity bei Kino- und TV-Produktionen tätig und realisierte diverse preisgekrönte Kurzspielfilme,
die bei zahlreichen Festivals liefen.

Ihr erster Langfilm, DIE VATERLOSEN (2011), wurde auf zahlreichen Festivals gezeigt und
ausgezeichnet, u. a. bei der Berlinale Panorama Spezial 2011. Darüber hinaus war der Film für den
Thomas Pluch-Drehbuchpreis sowie den Österreichischen Filmpreis nominiert. Es folgten die Spielfilme
GRUBER GEHT (2015), WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT (2016) und der TV-Film DIE NOTLÜGE (2017),
die ebenfalls auf Festivals gezeigt und prämiert wurden. Kreutzers Filme GRUBER GEHT und WAS HAT
UNS BLOSS SO RUINIERT wurden zu enormen Publikumserfolgen und zählen schon jetzt zu den
Klassikern des zeitgenössischen österreichischen Films. Mit DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN konnte
sie 2019 schließlich auch international auf sich aufmerksam machen: Das packende, feministische
Psychodrama mit Valerie Pachner, Pia Hierzegger und Mavie Hörbiger lief im Wettbewerb der
Internationalen Filmfestspiele von Berlin. Im Rahmen der Biberacher Filmfestspiele 2021 wurde der Landkrimi VIER (2021) als Bester Fernsehfilm prämiert.

Das Pfauenparadies – ein Film von Laura Bispuri

© Copyright: Vivo Film / Match Factory

Im Film der Regisseurin Laura Bispuri verläuft ein Geburtstagsfest nicht wie geplant, aber nicht nur deshalb, weil sich ein Pfau verliebt. An einem Wintertag, in ihrer Wohnung am Meer bringt Nena ihre Familie zusammen, um ihren Geburtstag zu feiern. Alle sind da: ihr Mann Umberto, ihr Sohn Vito, ihre Tochter Caterina, ihre Großcousine Isabella, ihre Schwiegertochter Adelina, ihr Ex-Schwiegersohn Manfredi mit seiner neuen Freundin Joana, ihre Enkelin Alma, ihre Haushälterin Lucia und ihre Tochter Grazia. Und dann ist da noch Paco, Almas Pfau. Während alle auf ein Mittagessen warten, das nie serviert werden wird, verliebt sich das ungewöhnliche Haustier in eine kleine Taube auf einem Gemälde.

Diese unmögliche Liebe gipfelt in einem unerwarteten Ereignis und erschüttert die ganze Familie: Die Gäste werden dazu gedrängt, sich in die Augen zu schauen und sich als das zu offenbaren, was sie wirklich sind.

Laura Bispuri (Drehbuch und Regie)

Die italienische Regisseurin Laura Bispuri studierte Film an der Universität La Sapienza in Rom. Bereits ihr erster Kurzfilm „Passing Time“ wurde ein Erfolg und mit dem italienischen Filmpreis David di Donatello ausgezeichnet. 2011 wurde sie mit dem Nastro d’Argento für die vielversprechendste Regie für ihren Kurzfilm Biondina (2011) ausgezeichnet. Es folgte ihr erster abendfüllender Spielfilm Sworn Virgin, der 2015 im Wettbewerb der Berlinale um den Goldenen Bären seine Premiere feieirte. Auf 80 Festivals gezeigt, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. 2018 bekam die Italienerin Laura Bispuri eine weitere Einladung in den Wettbewerb der 68. Berlinale für ihren zweiten Spielfilm Figlia mia. Quelle: Wikipedie

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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