Noch nie erschien der Traum, der Weltraum könne als alternative Lebensumgebung für den Menschen dienen, so realisierbar wie heute. Insbesondere angesichts globaler Krisen eröffnet der Blick in den Himmel Perspektiven auf Weltflucht und Neuanfang, stellt Fragen nach dem Ursprung des Lebens und relativiert die vermeintliche Überlegenheit des Menschen. Das Arp Museum präsentiert in seiner Ausstellung „Zu den Sternen! Weltraum und Weltflucht seit der Moderne“ in knapp 100 Arbeiten aus Malerei, Skulptur, Fotografie sowie Video- und Rauminstallationen, wie sich der Blick auf den Weltraum und die utopischen Spiegelungen in der Kunst im Laufe der Zeit verändert haben.

Weltraum und Weltflucht seit der Moderne
Foto: David Ertl Arp Museum
Der Kosmos ist seit jeher Projektionsfläche für Sehnsüchte, Träume und Ausstiegsfantasien – lange bevor Akteure wie Elon Musk oder Jeff Bezos den „Wettlauf ins All“ wirtschaftlich und politisch neu beleben. Die von Direktorin Dr. Julia Wallner kuratierte Ausstellung ist auf der ersten Ausstellungsebene und den Außenflächen des Arp Museums zu sehen.
Sie beginnt mit Werken aus der Romantik, setzt einen Schwerpunkt in den 1920er-Jahren und reicht bis zu zeitgenössischen, teils eigens für die Ausstellung entstandenen Arbeiten, unter anderem von Yael Bartana, Dominique Gonzalez-Foerster, Bjørn Melhus, Katharina Sieverding, Mona Schulzek und Emma Talbot.

Courtesy of the artist and Annet Gelink Gallery, Amsterdam; Sommer Contemporary Art Tel Aviv;
Galleria Raffaella Cortese, Milan; Petzel Gallery, New York; Capitain Petzel, Berlin; Cecilia Hillstrom
Gallery, Stockholm and Galerie Peter Kilchmann, Zurich
Utopische Spiegelung
Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein weit verbreitetes Krisenempfinden angesichts der Fragilität unseres Planeten sowie einer zunehmend instabilen gesellschaftlich-politischen Ordnung, die auf Freiheit, Frieden und Verständigung gründet. Solche Erfahrungen sind kein Ausnahmezustand, sondern ein wiederkehrendes Motiv.
Kunst kann in solchen Momenten alternative Perspektiven eröffnen. Sie begreift den Kosmos als Sehnsuchtsort, als Bühne für Spiel, Freiheit und experimentelle Grenzüberschreitungen.
Unter dem Motto „weniger Science, mehr Fiction“ entwirft die Ausstellung visionäre Bilder, die die menschliche Hybris befragen. Vom Sternenhimmel zu den Maschinenmenschen der 1920er-Jahre.
In der Romantik prägte der sehnsuchtsvolle Blick in die Nacht und aus dem Fenster die künstlerische Vorstellung vom Kosmos,
Eröffnung: 10. Juli 2026 – 19 Uhr, Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Titelbild: Katharina Sieverding, DIE SONNE UM MITTERNACHT SCHAUEN (RED), SDO/NASA (Filmstill), 2011–14, – Ausstellungsansicht Foto: David Ertl







