Zeit für einen Kunstspaziergang

Dieser Kunstspaziergang führt zu fantastischen, brandaktuellen Kunstausstellungen, die man in den Städten Düsseldorf, Remagen, Bremen und Hamburg erleben kann!

Anne Truitt. Pionierin der Minimal Art

Die US-amerikanische Künstlerin Anne Truitt (1921 – 2004) ist erstmals in einer umfassenden Einzelausstellung in Europa, nämlich in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, zu sehen. Mit rund 120 Werken aus mehr als vier Jahrzehnten würdigt die Ausstellung im K20 eine Künstlerin, die in den Vereinigten Staaten schon längst als Wegbereiterin der Minimal Art gilt. Präsentiert werden Truitts famose Skulpturen der frühen 1960er, ihre leuchtenden Papierarbeiten, das geheimnisvolle Weiß-auf-Weiß und nicht zu vergessen, die mysteriösen tiefschwarzen Piths, die sie als eine ihrer letzten Bildserien geschaffen hat. Damit wirbelt die Ausstellung frisch überfälligen Staub auf und erweckt die Minimal Art zu neuem Leben! Sie beweist, dass diese Kunst nicht nur streng und klar, sondern dank Truitts Farbenpracht auch zart, persönlich und sinnlich erlebt werden kann.


Ausstellungsansicht Anne Truitt mit der grün weißen Bodenskultur Anne Truitt. Pionierin der Minimal Art, Ausstellungsansicht, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen 2026 Foto (c) Achim Kukulies

Pionierin der Minimal Art
K20 vom 28.3. – 2.8.2026
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Wirklich. Kunst und Realität 1400–1900

Jan van Kessel d. Ä. (zugeschrieben), Tableau mit Insekten, um 1660, © Arp Museum Bahnhof Rolandseck / Sammlung Rau für UNICEF, Foto: Mick Vincenz

„ Das Wirkliche ist wie das Wunderbare: es misst die Welt mit eigenmächtigen Maßen.“
Dichter Rainer Maria Rilke, 1902

Was ist wirklich – was ist wahr? Diese Fragen drängen sich in Zeiten von KI, Filtern und Fake News auf, und es schwindet das Vertrauen in die Wahrheit von Bildern. Historische Gemälde und Skulpturen wirken auf uns oft wie echte Fenster in die Vergangenheit, die uns direkt und unverfälscht berichten. Bilder hatten damals wie heute große Macht und wirken auf verschiedene Weise direkt auf den Betrachter ein.
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71 Gemälde, Miniaturen, Skulpturen und Fotografien illustrieren in dieser Ausstellung, die vom 29. März bis zum 6. September im Arp Museum Bahnhof Rolandseck zu sehen ist, wie sich unsere Vorstellung von Wirklichkeit von 1400 bis 1900 wandelt

29.3.– 6.9.2026 im Arp Museum

Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen

Friedrich Nerly Das Forum Romanum, 1830 Privatbesitzt (c) Foto Studio Bartsch, Karen Bartsch

Der deutsche Maler Friedrich Nerly ging mit 21 Jahren nach Italien. Nachdem er die faszinierenden Straßen von Rom und Mailand hinter sich gelassen hatte, lockte ihn das glitzernde Venedig magisch an. Was als kurzer Stopp auf dem Heimweg nach Deutschland gedacht war, entpuppte sich als lebenslanges Abenteuer, und er avancierte zum berühmtesten lebenden Künstler der Stadt. Aus dieser Schaffenszeit stammen auch seine berühmtesten Motive: die Markussäule im Mondschein und der Blick auf den Canal Grande.
Auch ein vergessenes Hauptwerk des deutschen Malers Friedrich Nerly (1807–1878) ist endlich zu sehen Campagnalandschaft – es zeigt die antike Wasserleitung Aqua Claudia vor den Toren Roms.

In der Kunsthalle Bremen sind Nerlys frühe Schaffensjahre in Rom in einer großen Ausstellung zu sehen..

Malfluss = Lebensfluss

Erstmals werden Maria Lassnig (1919–2014) und Edvard Munch (1863–1944) in einer großen Doppelschau gemeinsam gezeigt. Auf den ersten Blick trennt sie ein halbes Jahrhundert – die österreichische Künstlerin und der norwegische Maler. Und doch verflechten sich ihre Biografien und Kunstwerke auf erstaunliche Weise! In der thematischen Gegenüberstellung wird ihr Schaffen neu lesbar.
Beide teilen eine einzigartige Farbmagie – als kreatives Werkzeug und kraftvolle Sprache, um das Herz sprechen zu lassen: Trauer, Liebe, Einsamkeit, Angst, Freude und Schmerz werden so lebendig. Zugleich handelt es sich hierbei häufig um bisher unbeachtete körperliche Empfindungen und Wahrnehmungsebenen, die verstärkt in den Fokus gerückt, künstlerisch reflektiert und damit zu eigenwilligen Bildfindungen führen.

27.03.2026 – 30.08.2026 Hamburger Kunsthalle

Titelbild: Max Liebermann, Hof des Waisenhauses in Amsterdam, 1876

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.

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