Wir leben in einer globalisierten Welt, und die Grundlage einer guten Beziehung basiert neben der bedeutenden Rolle der Liebe auch darauf, inwieweit man den familiären sowie freundschaftlichen Hintergrund seiner Partnerin oder seines Partners kennt und wertschätzt. Eine neue Studie untersucht, wie soziale Anerkennung aus verschiedenen Quellen die Beziehungsqualität interkultureller Paare beeinflusst. Die Wissenschaftler entdeckten, dass Freunde, die einem den Rücken stärken, wie ein Schutzschild wirken – vor allem dann, wenn Paare von Familie oder Gesellschaft mit Ablehnung konfrontiert werden.
Die in Social Psychological and Personality Science veröffentlichte Studie treibt die Forschung zu interkulturellen Beziehungen voran, indem sie auf eine große Stichprobe von Menschen in solchen Beziehungen zurückgreift. Sie gab den Forschern die Chance, herauszufinden, wie die soziale Akzeptanz je nach kulturellem Hintergrund, ethnischer Mischung im Paar, Beziehungsdauer und Geschlecht variiert.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Freunde und Familie unterschiedliche Rollen spielen können: Beispielsweise legen Menschen aus eher kollektivistischen Kulturen, wie Lateinamerikaner und Menschen aus dem Nahen Osten, sowie Menschen, die sich in einer frühen Phase ihrer Beziehung befinden, tendenziell mehr Wert auf die Zustimmung der Familie“, sagt die Hauptautorin Hanieh Naeimi von der University of Toronto. „Letztendlich unterstreicht diese Studie, wie wichtig es für interkulturelle Paare ist, sich ein unterstützendes soziales Netzwerk aufzubauen, das ihre Beziehung versteht und respektiert.“
Die Forscher befragten 757 Teilnehmer dazu, wie hoch sie die soziale Akzeptanz ihrer Beziehung durch Familie, Freunde und die Gesellschaft im Allgemeinen einschätzen. Die Teilnehmer reflektierten auch über die Qualität ihrer Beziehung und ihr Engagement dafür.
Stärkung von Freundschaften große Bedeutung haben
Die Zustimmung von Freunden erwies sich als der stärkste Prädiktor für die Beziehungsqualität, insbesondere bei Paaren, bei denen beide Partner aus kulturellen Minderheiten stammen. Die Zustimmung der Familie spielte ebenfalls eine Rolle, jedoch vor allem bei Paaren aus kollektivistischen Kulturen und solchen, die sich in einer frühen Phase ihrer Beziehung befanden.
Naeimi merkt an, dass diese Ergebnisse heute, in einer Zeit zunehmender globaler Mobilität in Verbindung mit rassischen und sozialen Spaltungen, besonders relevant sind.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Freundschaften Paare vor Ablehnung schützen und die Verbindung in einer zunehmend polarisierten Welt fördern können“, erklärt Naeimi.
Die Autoren sehen jedoch auch, die Bedeutung der Zustimmung der Familie. Sie weisen darauf hin, dass die Auswirkungen sozialer Zustimmung vom kulturellen Hintergrund, der Dauer der Beziehung und der Zusammensetzung des Paares abhängen. Diese Studie konzentriert sich auch auf interkulturelle Liebesbeziehungen und sollte nicht verallgemeinert werden, um auf alle Arten von Beziehungen anzuwendbar zu sein.
„Diese Studie erinnert uns daran, dass Liebe nicht in einem Vakuum entsteht – sie wird von unserem sozialen Umfeld geprägt“, sagt Naeimi. „Unterstützende Freunde, Familien und Gemeinschaften können den entscheidenden Unterschied ausmachen.“







