WHITE BIRD – Film von Marc Forster

Auggie Pullman geht nach seinem ersten Schultag in New York etwas angespannt nach Hause. Da überrascht ihn seine Großmutter Sara (Helen Mirren) mit ihrem Besuch. Sie ist Künstlerin und wegen ihrer Retrospektive in New York. Der mit seiner neuen Schulsituation unzufriedene Aggie beschwert sich bei seiner Oma, die ihn daran erinnert, dass er wegen Mobbings von seiner vorherigen Schule geflogen war. Um ihm eine Lektion zu erteilen, entschließt sich Sara, ihre eigene Geschichte zu erzählen, die sie selbst ihrem Sohn nie ganz geschildert hat.

Als sie 15 Jahre alt war, lebte Sara ein angenehmes Leben mit ihren Eltern im schönen Elsass. Noch brauchte die jüdische Familie die Nazis nicht zu fürchten, auch wenn ihr böser Einfluss schon zu spüren war. Frankreich war bereits von den Deutschen besetzt. Doch die Eltern beteuerten Sara gegenüber immer wieder, dass sie hier und auch in ihrer Schule sicher sei.

Sara (Ariella Glaser) mit ihren Freundinnen © Leonine Distribution

Als die Lehrerin und der Schuldirektor Pastor Luc erfahren, dass jüdische Schüler*innen in Konzentrationslager deportiert werden sollen, versuchen sie, die Schüler*innen zu schützen. Doch die Rettungsaktion misslingt. Nur Sara kann sich im naheliegenden Wald verstecken.

Julien (Bryce Gheisar) ist gehbehindert und wird oft von seinen Mitschülern gemobbt © Leonine Distribution

Die Aktion wurde vom Mitschüler Saras Vincent verraten, Eigentlich war Sara heimlich in ihn verliebt. Doch ein ganz anderer Schulkamerad kommt ihr in dieser schrecklichen Lage nun zur Hilfe. Julien Beaumier, der insbesondere von Vincent und seinen Freunden wegen seiner Gehbehinderung gemobbt und „Tourteau“ genannt wurde. Er versteckt Sara in einer Scheune nahe seinem Zuhause.

Von nun an kümmern er und seine Eltern sich rührend um sie und zwischen Sara und Julien entsteht erst Freundschaft und später mehr. Bis Vincent sich wieder meldet. Mit unheilvollen Folgen für Julien …

Regisseur Marc Forster, der das Fantasy-Abenteuer Christopher Robin mit Ewan McGregor in der Titelrolle und die Tragikomödie Ein Mann namens Otto mit Tom Hanks verfilmt hat, lehnt sich bei seinem neuen Film-Drama an den Roman von R.J. Palacio an. Das Drehbuch schrieb Mark Bomback.

Auch hier zeigt Marc Forster Einfühlungsvermögen und das richtige Gespür für dramatische Szenen. Und Filme sind ein besonders geeignetes Medium, um Mitgefühl zu erzeugen und wie in diesem Film das Terrorregime der Nazis und seine Folgen darzustellen. Diese unheilvolle Geschichte darf nicht vergessen werden und sich nicht wiederholen. Die Kerngeschichte um die beiden Jugendlichen ist zugleich eine über Menschlichkeit, die in dieser Zeit einmal mehr wichtig war. In den Hauptrollen überzeugen die jungen Schauspieler*innen Ariella Glaser als Sara und Bryce Gheisar in der Rolle des Julien.

Ab heute ist der berührende Film „White Bird“ in den Kinos zu sehen.

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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