Was wäre wenn – Roman von Lizzie Doron

Eine Frage, die so oft gestellt wird, und genauso oft gibt es keine Antwort darauf. Lizzie Doron, die Autorin des Romans, stellt sie sich ebenfalls. Denn sie erhält einen Anruf, der sie in die Vergangenheit zurückführt. Ein Freund aus ihrer Kindheit möchte sie sehen. Er liegt in einem Hospiz und sein Leben neigt sich dem Ende zu. Lizzie hat Vigal lange Jahre nicht getroffen. Warum ausgerechnet möchte er sie ein letztes Mal sehen?

Die Erinnerungen an ihn flackern auf, als sie nach dem Besuch im Hospiz verwirrt und berührt nach Hause kommt. Doch sie sind nicht homogen mit einer Geschichte verbunden. Yigal tauchte vielmehr häufig für kurze Momente in ihrem Leben auf, doch jedes Mal passte er nicht hinein. Ihre Mutter, die den Holocaust überlebt hat und in Israel nicht richtig heimisch wird, mag ihn nicht. Und Lizzie entwickelt früh ein Gespür dafür, wer nicht hinter den Zielen Israels steht. Sie hält Yigal für einen Verräter und wendet sich immer wieder von ihm ab.

Nun, nach vierzig Jahren, fragt sie sich, was wäre, wenn sie ihm gegenüber zugewandter gewesen wäre. Denn nachdem sie über Yigal im Internet recherchiert und ihre Erinnerungen aufgefrischt hat, verdichtet sich bei ihr der Eindruck, dass sie ihn verraten hat. In den frühen Morgenstunden macht Lizzie sich wieder auf den Weg. In der Hoffnung, den Kindheitsfreund noch ein letztes Mal sehen zu können.

Sehr berührend und intensiv gelingt es der Autorin Lizzie Doron, die enge Verzahnung zwischen einem persönlichen Lebensschicksal mit der wechselhaften, von Kriegen geplagten Geschichte Israels zu erzählen. Und warum insbesondere dort die Frage gestellt werden muss, was wäre, wenn! Sehr empfehlenswert!

Was wäre wenn

Autorin: Lizzie Doron

Verlag: dtv Literatur
Aus dem Hebräischen von Markus Lemke
Deutsche Erstausgabe,
144 Seiten,
ISBN 978-3-423-28236-9

  1. August 2021
Standardbild
Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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