Wahn

Entspannt lächelnd wendet sich die Frau ihrem Gesprächspartner zu. Sie findet ihn sympathisch, weiß aber bereits zu diesem Zeitpunkt, dass sie sein Gesicht nicht wieder erkennen wird. Für sie ist es ein Mann ohne Gesicht, denn sie leidet an einer Gesichtsblindheit, im Fachjargon Prosopagnosie genannt.

Entspannt lächelnd wendet sich die Frau ihrem Gesprächspartner zu. Sie findet ihn sympathisch, weiß aber bereits zu diesem Zeitpunkt, dass sie sein Gesicht nicht wieder erkennen wird. Für sie ist es ein Mann ohne Gesicht, denn sie leidet an einer Gesichtsblindheit, im Fachjargon Prosopagnosie genannt. Wie gefährlich diese Schwäche sein kann und dabei als nicht heilbar gilt, darüber erzählt eine Geschichte in dem spannenden und ungewöhnlichen Buch des Neurologen Prof. Dr. Christof Kessler. Es gibt noch sehr viel mehr Geschichten rund um das Gehirn , das so viele Geheimnisse speichert und ebenso viele Rätsel aufgibt, wenn es nicht mehr richtig funktioniert.

Und das kann ganz verschiedene Gründe haben. So können Erkrankungen des Immunsystems, Schlaganfälle, Tumore, Alkohol und traumatische Ereignisse, Hirnbereiche entscheidend beeinträchtigen. Als Folge verändert sich ein Mensch in seinem Verhalten so gravierend, dass selbst eine Ehefrau Mühe hat, ihren Mann wieder  zu erkennen.

Unglaubliche Geschichten aus der Feder eines Neurologen, die uns deutlich machen, wie fragil und ebenso wertvoll die Schaltzentrale unseres Körpers ist und wie sorgsam wir mit unserem Gehirn umgehen sollten.
Sehr empfehlenswert – Ingrid Mosblech-Kaltwasser

Wahn

Autor: Christof Kessler

Verlag Eichborn

Hardcover, 207 Seiten
Ersterscheinung: 20.09.2013
ISBN: 978-3-8479-0551-6
Auch als Hörbuch erhältlich bei audible.de

Christof Kessler

Christof Kessler, Jahrgang 1950, ist Spezialist für Hirnerkrankungen. Sein beruflicher Weg führte ihn nach Gießen, Berlin, Heidelberg, Köln und Lübeck. Seit 1992 ist er Professor für Neurologie und seit 1994 Direktor der Klinik für Neurologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald. Sein Interesse gilt einer praktisch ausgerichteten, patientenorientierten Neurologie. Er organisierte Veranstaltungen zum Thema Neurologie und Literatur und war wissenschaftlicher Berater bei der szenischen Umsetzung der Opernadaption von Oliver Sacks‘ „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“.

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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