Warum zuckt man zusammen, wenn man im Film sieht, wie jemand verletzt wird? Egal ob echtes Leben oder Film – wenn es dort mal weh tut, fühlen sich manche Menschen beim Anblick dieser Verletzungen, als würden sie den Schmerz selbst „spüren“. Der Schmerz scheint direkt vom Bildschirm auf den eigenen Körper überzugehen.
Aber warum und wie das passiert, hat die Wissenschaft lange Zeit völlig ratlos zurückgelassen. Nun haben Wissenschaftler der University of Reading, der Freien Universität Amsterdam und der Universität von Minnesota (USA) einen wichtigen Hinweis darauf gefunden, warum das so ist.
Landkarte unseres Körpers
Teile des Gehirns, von denen ursprünglich angenommen wurde, dass sie nur visuelle Informationen verarbeiten, sind ebenfalls nach einer „Karte” des Körpers organisiert, sodass das, was wir sehen, Echo-Berührungsempfindungen auslösen kann.
Die am 26. November in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie zeigt, dass das Anschauen von Filmen die taktilen Verarbeitungsbereiche des eigenen Gehirns auf hochgradig organisierte Weise aktivieren kann. Kurz gesagt: Das Gehirn sieht nicht nur zu, sondern simuliert auch, was es sieht.
Wenn wir sehen, wie jemand gekitzelt oder verletzt wird, fangen bestimmte Hirnregionen an zu leuchten – genau dort, wo die Berührung stattfindet, als würde das Gehirn mitfühlen! Unser Gehirn projiziert das Gesehene direkt auf unseren Körper und löst so eine Berührungsempfindung aus, obwohl wir nichts berührt oder wirklich angefasst wurden.
Diese Wechselwirkung schlägt auch den umgekehrten Weg ein. Stellen Sie sich vor, Sie tapsen nachts zum Badezimmer: Ihre Finger zaubern zusammen mit Ihren Augen eine geheime Karte, selbst wenn das Licht kaum mitspielt. Das „Ausfüllen“ ist wie ein Teamwork unserer Sinne, das gemeinsam ein stimmiges Bild von der Welt malt.
Im visuellen System verborgene Körperkarten
Die Forscher haben sich etwas Spannendes ausgedacht: Sie wollten beweisen, dass unser Tastsinn nur durch das Sehen angeregt werden kann. Dafür entwickelten sie neue Methoden, um die Gehirnaktivität von 174 Menschen zu untersuchen, während diese Filme wie „The Social Network“ und „Inception“ genossen..In diesen visuellen Zonen gab es „Karten“ des Körpers – ähnlich wie die, die man sonst in den Hirnregionen entdeckt, die Berührungen verarbeiten.
Mit anderen Worten: Die „Maschinerie“, die das Gehirn zur Verarbeitung von Berührungen nutzt, ist in unser visuelles System „eingebaut“.. Diese visuellen Regionen enthielten „Karten“ des Körpers, ähnlich denen, die normalerweise in den Bereichen des Gehirns zu finden sind, die Berührungen verarbeiten.
Quelle. https://www.reading.ac.uk/news/







