Trauer um US-Musiker David Crosby

Der US-Singer-Songwriter und Gitarrist David Crosby, Gründungsmitglied der Folkrockgruppe The Byrds, ist nach langer schwerer Krankheit verstorben. Er wurde 81 Jahre alt. In den 1960-er Jahren war Crosby in Los Angeles ein Pionier der Laurel-Canyon-Folkrock-Szene. Gemeinsam mit dem Gitarristen Roger McGuinn gründete er die Gruppe The Byrds, mit der er fünf legendäre Alben einspielte und mehrere weltweite Hits hatte, darunter das Dylan-Cover „Mr. Tambourine Man“ und „Turn! Turn! Turn“.

Streitigkeiten in der Band führten jedoch bald zum Rauswurf von Crosby. In einem Interview mit dem New Musical Express vom 19. April 1975 erklärte der Musiker mit dem Walrossbart hierzu: „Roger (McGuinn) und Chris (Hillman) fuhren mit ihren beiden Porsches vor und sagten, dass ich verrückt sei, es sei unmöglich, mit mir zu arbeiten, ich sei ein Egozentriker, was zum Teil stimmte, ich sänge beschissen, schreibe schreckliche Lieder, habe einen furchtbaren Sound, und sie würden es ohne mich viel besser machen.“      

In dieser Zeit freundete er sich mit Stephen Stills von Buffalo Springfield und dem britischen Musiker Graham Nash an, der soeben seine Band The Hollies verlassen hatte. Gemeinsam gründeten sie Crosby, Stills & Nash, deren Debütalbum 1968 mehrfach mit Platin ausgezeichnet wurde. Als ob das Trio nicht schon genug musikalisches Schwergewicht gehabt hätte, holte Crosby auch noch Neil Young in die Band.

Als Crosby, Still, Nash & Young veröffentlichten sie mehrere bahnbrechende Alben wie das legendäre Doppelalbum „Deja Vu“ aus dem Jahre 1970. Crosby, der einen ausschweifenden Lebenswandel pflegte, hatte in dieser Zeit schwere Drogenprobleme und verließ die Band, in der es von Anfang an große Spannungen gegeben hatte. 1971 kehrte er als Solokünstler zur Musik zurück. Sein Album „If I Could Only Remember My Name“, an dem einige prominente Gastmusiker wie Joni Mitchell, Neil Young und Mitglieder der Gruppen Grateful Dead und Santana mitgewirkt hatten, schaffte es auf Platz 12 der US-Charts.

Auch in den folgenden Jahrzehnten brachte Crosby immer wieder einmal Soloalben heraus wie „Oh Yes I can“ (1989), „Thousand Roads“ (1993) und ein gemeinsames Album mit Graham Nash aus dem Jahre 2004. An seine früheren Erfolge konnte der exzellente Musiker und eigensinnige Mann jedoch nicht mehr anknüpfen.    

Standardbild
Hans Kaltwasser
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