Thriller: Schwarzer Samstag

Bonn, Hamburg und Havanna – drei Schauplätze, an denen sich das dunkle Spiel der Waffenlobby im mitreißenden Thriller „Schwarzer Samstag“ entfaltet. Im September 1962 ist der Kriminalrat Phillip Gerber eigentlich außer Dienst. Er holt die Flitterwochen mit seiner Frau Eva nach. Das Kreuzfahrtschiff ist die richtige Kulisse dafür und Eva, die als Journalistin für den „Spiegel“ arbeitet, genießt die Zeit mit ihrem Ehemann ebenfalls.

Doch berufsbedingt entgeht ihr häufig nicht, wenn etwas seltsam ist. Und nicht nur ihr, sondern auch Philipp sind die drei neuen Mitreisenden, die in Casablanca an Bord gekommen sind, unangenehm aufgefallen. Angeblich handeln sie mit Tee, doch der Instinkt Gerbers verrät ihm, dass es sich um illegale Fracht handeln muss. Als Eva mit der Frau des angeblichen Teehändlers ins Gespräch kommt, eskaliert überraschend die Situation an Bord, und Eva gerät in Gefahr, aus der sie mit Hilfe des Stewards Freder und ihrem Mann befreit wird.

In Bonn angekommen, wird ersichtlich, weshalb Gerbers Vorgesetzter Brückner eine Festnahme des mutmaßlichen Kaufmanns unterbunden hat. Anschließend erhält Gerber den Auftrag, nach Hamburg zu reisen, um den Aktivitäten der Waffenhändler nachzugehen. Während Eva das Vergnügen hat, ein Interview mit dem kubanischen Diktator und Leader Kubas zu führen, stehen spannende Momente bevor. Endlich in Havanna hat sich die politische Lage zu einer angespannten Kuba-Krise entwickelt, die die Welt in Atem hält.

Zudem ist in Deutschland eine neue Bedrohung spürbar geworden, die Furcht vor einem Atomschlag der Sowjetunion. Das ist noch lange nicht alles, denn als Gerber und seine Kollegen in Hamburg schließlich Personen dingfest machen können, gerät die Pressefreiheit in der Bundesrepublik Deutschland ins Wanken: Die „Spiegel-Affäre“ um Franz Josef Strauß und Rudolf Augstein entwickelt sich zu einer der größten innenpolitischen Krisen in der Geschichte der Bundesrepublik.

Ein Thriller, der die Leser*innen mitten in die Zeit Anfang der 1060er-Jahre katapultiert. Dem Autor Ralf Langroth gelingt ein sehr umfassendes Panorama dieser Zeit, die bei manchen Erinnerungen wachruft, während andere sie nur aus dem Geschichtsbuch oder Erzählungen kennen. Es lohnt sich definitiv, diesen Thriller zu lesen.

Schwarzer Samstag
Autor: Ralf Langroth

Verlag: Rowohlt Taschenbuch
464 Seiten
ISBN: 978-3-499-01866-4
Aus der Reihe: Die Philipp-Gerber-Romane

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.

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