Theater Highlights im Januar

Einen aufregenden Auftakt ins Theaterjahr bieten Aufführungen: In Berlin an der Schaubühne und im Deutschen Theater, in Düsseldorf  im Forum Freies Theater und in Köln das Schauspiel Köln.


Schaubühne Berlin: Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs

von Milo Rau | Uraufführung

Das Wort des Jahres 2015 heißt Flüchtlinge und das Schicksal dieser Menschen in ganz Europa bewegt viele und ist für die Politiker der Länder zu einer Herausforderung geworden. Seien es die Bilder der Ertrunkenen am Mittelmeerstrand oder die Bürgerkriegs- und Krankheitsopfer in Zentralafrika: Die Krisen und Unglücksfälle unserer Zeit sind allgegenwärtig in unserer Facebook-Timeline, im Fernsehen und in den Zeitungen.

Milo Rau begibt sich gemeinsam mit seinem Team in die politischen Brennpunkte der heutigen Zeit: auf die Mittelmeerroute der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und ins kongolesische Bürgerkriegsgebiet. Der aus Interviews mit NGO-Mitarbeitern, Geistlichen und Kriegsopfern in Afrika und Europa gespeiste Doppel-Monolog betritt dabei bewusst widersprüchliches Gelände: Wie ertragen wir das Elend der Anderen, warum schauen wir es uns an? Warum wiegt ein Toter an den Toren Europas mehr als 1000 Tote in den kongolesischen Bürgerkriegsgebieten?

Mit: Ursina Lardi, Consolate Sipérius

Mitleid – Premiere am 16.1. um 20.30 Uhr

Schaubühne Berlin

Im Deutschen Theater Berlin –  DIE AFFÄRE RUE DE LOURCINE

von Eugène Labiche

Eine Nacht voller Alkohol. Der nächste Morgen. Filmriss. Hinter Lenglumé schnarcht es. Hat er etwa jemanden abgeschleppt, beim Ehemaligentreffen gestern Nacht? Mann oder Frau? Da ist eine Lücke in seinem Gedächtnis, die sich einfach nicht schließen will. Aus dem Bett kriecht einer namens Mistingue. Wer ist das? Und wo kommt er her? Dann berichtet die Zeitung beim Frühstück, vergangene Nacht sei in der Rue de Lourcine ein junges Mädchen ermordet worden. Alle Indizien verweisen auf Lenglumé und Mistingue. Was jetzt? Eine Komödie über Erinnerungsnöte, Identitätsverwirrung und die realitätsstiftende Gewalt der Einbildung.

DIE AFFÄRE RUE DE LOURCINE

Premiere am 17. Januar 2016 19.30

Deutsches Theater Berlin

UMBETTUNG von Jens Albinus   – Schauspiel Köln

Zurück nach Hause. Zurück in die vier Wände, in die sich das Leben der Familie eingeschrieben hat. Jeder Raum birgt Geschichten, ist Schauplatz geworden von Auseinandersetzungen, von Liebe, von Schmerz, von Glück und Unglück. Doch die Familie it zersprengt, das gemeinsame Leben aus dem Haus gewichen. Nur noch in Spuren findet es statt und in Erinnerungen. Zurückgeblieben sind die jüngste Tochter Liv und ihr Vater Jørgen.
Draußen jedoch herrschen andere Gesetze. Die Welt ist einem stetigen Wandel unterworfen: In der Nachbarschaft ist ein Zentrum für Flüchtlinge entstanden. Und der Bau einer Zubringerstraße erfordert die Umsiedlung des nahegelegenen Friedhofs. Auch das Grab von Alma soll umgebettet werden. Dies nimmt Liv zum Anlass, ein Familientreffen zu organisieren. Und seit Jahren kehren sie zum ersten Mal zurück: die exzentrische Mutter Lili und ihre Widersacherin in der Familie, die mittlere Tochter Katie, die inzwischen am anderen Ende der Welt lebt….
UMBETTUNG ist die zweite Arbeit des dänischen Schauspielers, Regisseurs und Autors Jens Albinus im Auftrag des Schauspiel Köln. In der Tradition Ingmar Bergmans und Anton Tschechows nimmt er eine Familie als kleinste soziale Zelle in unserer Gesellschaft zum Ausgangspunkt und beschreibt sehr komisch und bitterböse, wie die Lebenslügen, die sich mit den Jahren ansammeln, schließlich zum Fundament der eigenen Existenz werden können.

Umbettung – Uraufführung

Sa 23.01.2016 20 Uhr
Depot 2
Schauspiel Köln
Schanzenstraße 6-20
51063 Köln

Kontraste TANZPERFORMANCE

Das Theater der Klänge begibt sich in „Kontraste“ auf die Suche nach dem Frei-Sein in der Leistungsgesellschaft. Mit Akteuren aus Deutschland, Frankreich, Griechenland, USA, Japan und der Republik Kongo formt Choreografin Jacqueline Fischer eine magische Abhandlung über die Gleichzeitigkeit von Ereignissen. Eine Tanz-Performance mit Schauspiel, Video und elektronischer Livemusik, in der sich Momente überlappen und Zustände explodieren.
Jacqueline Fischer, langjährige Tänzerin und Choreografin für das Düsseldorfer Theater der Klänge, schafft mit „Kontraste“ ihr zweites abendfüllendes Programm nach dem erfolgreichen Tanzabend „Ich ist ein Anderer“ 2008.

Theater der Klänge
Kontraste Premiere

MI 13.1. 20 Uhr

Forum Freies Theater

KASERNENSTRASSE 6, Düsseldorf

 

 

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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