The Nice Guys

Dass Shane Black ein Meister des actiongeladenen Buddy-Movies ist, hat er nicht zuletzt mit dem Skript zum genreprägenden Klassiker „Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis“ (1987) oder als Regisseur des 2005er Überraschungshits „Kiss Kiss Bang Bang“ eindrucksvoll bewiesen. Nach seinem kurzen Regie-Abstecher ins Superhelden-Genre („Iron Man 3“, 2013), besinnt sich der 55 Jahre alte Filmemacher in „The Nice Guys“ wieder auf alte Stärken und schickt mit Russell Crowe und Ryan Gosling erneut ein ungleiches Ermittlerduo auf die Leinwand – und dieses Gespann sorgt für richtig starke Unterhaltung.

Die Story des Streifens spielt im verwahrlosenden und von einer dicken Smogwolke verhangenen Los Angeles im Jahr 1977: Der abgehalfterte Privatdetektiv Holland March (Gosling) und Jackson Healy (Crowe), der sich seine Brötchen als kompromissloser Haudrauf verdient, haben kaum etwas gemeinsam. Und zu allem Überfluss kommen sich die beiden Schnüffler dann auch noch bei der Lösung des Falles um die vermisste Amelia (Margaret Qualley) und einen toten Porno-Star unsanft in die Quere. Und doch: Widerwillig zur Zusammenarbeit gezwungen, jagen die beiden schließlich doch gemeinsam mit Marchs pubertierender Tochter Holly (Angourie Rice) durch LA. Dabei folgen Healy und March verworrenen Hinweisen, rätseln, prügeln und ballern sich so immer näher an die Auflösung des Falls heran. Und dieser offenbart schließlich eine mordsgefährliche Verschwörung, in die die Porno- und Autoindustrie verwickelt sind und die wesentlich mehr Brisanz und Explosivität in sich birgt als zuvor gedacht.

The Nice Guys
Die nice Guys Russell Crowe und Ryan Gosling © Concorde

Zwar ist die Geschichte des Buddy-Movies zumeist unvorhersehbar und verfügt über ein paar überraschende Twists, dennoch ist sie nicht die größte Stärke von Biacks dritter Regie-Arbeit. Denn diese bildet ohne jeden Zweifel das Zusammenspiel von Russell Crowe und Ryan Gosling. Das Protagonisten-Duo hat sichtlich Spaß an seinen mit so einigen Schwächen behafteten und verschrobenen Charakteren und harmoniert auch als Duo schlichtweg perfekt. Allein ihre knackigen Wortgefechte sowie spaßig und teils auch bemerkenswert brutalen Szenen sind es, die die gleichwohl durchgängig spannende wie unterhaltsame Handlung vollends zu tragen vermögen. Und dank des von Black und Anthony Bagarozzi gut ausbalancierten Drehbuchs gelingt es daneben etwas überraschend sogar, mit Marchs frühreifer Tochter Holly eine Kinder-Rolle sinnvoll (!) in den 116-Minuten-Plot einzubauen. Hier schlägt sich Angourie Rice richtig gut.

The Nice Guys
Privatdetektiv Holland March (Gosling) in Aktion © Concorde

Neben den Hauptdarstellern, der ordentlichen Story sowie den vielen witzigen Szenen und Dialogen punktet „The Nice Guys“ auch mit der gelungenen Atmosphäre: Denn die Krimi-Komödie ist mit ihrem tollen Setdesign, den passenden Autos und Klamotten schon rein optisch ein großes Vergnügen und vermittelt dem Zuschauer ein spürbares 70er-Jahre-Flair. Der Soundtrack passt dazu wie die Faust aufs Auge und rundet das Ganze perfekt ab.

Fazit: „The Nice Guys“ ist eine durchweg unterhaltsame und in weiten Teilen auch rasante Krimi-Komödie, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt und nicht nur Fans von Oldschool-Buddy-Komödien einen Heidenspaß machen dürfte. Dafür sorgen nicht zuletzt Russell Crowe als knallhartes Raubein mit furztrockenem Humor und weichem Kern sowie Ryan Gosling als charmanter, leicht naiver und teils etwas fragwürdig agierender Detektiv. Keine Frage: Nach Martin Riggs (Mel Gibson) und Roger Murtaugh (Danny Glover) aus der legendären „Lethal Weapon“-Reihe bilden Crowe und Gosling endlich mal wieder ein ungleiches und daher stark harmonierendes Ermittlerduo, von dem man sich auch vorbehaltlos über einen zweiten Fall freuen würde.

4 von 5 Punkten

 

KINOSTART: 02. JUNI 2016 IM CONCORDE FILMVERLEIH

 Fotos: © Concorde

Standardbild
Niklas Frielingsdorf
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