The Bros. Landreth: DOG EAR

Nur fünf Tage waren die Rootsrocker The Bros. Landreth im Studio, dann war ihr viertes Album im Kasten. DOG EAR heißt es, was auf Deutsch so viel wie Eselsohr bedeutet. Mit Eselsohren markiert man bekanntlich in einem Buch Seiten, zu denen man gerne zurückkehren möchte, indem man ihre Ecken umknickt. Hinter dem Albumtitel steckt wohl die Idee, für die Menschen, die einem etwas bedeuten, da zu sein. Als Freund, Ehepartner und nicht zuletzt als Eltern. Ein Hort der emotionalen Stabilität und Verlässlichkeit, zumal in einem von Turbulenzen und Hektik bestimmten Musikerleben.

Anders als die von Melancholie geprägten früheren Alben der Band aus dem kanadischen Winnipeg klingen die elf Songs auf DOG EAR fröhlicher und hoffnungsvoller, verströmen pure Wärme und Harmonie. Sanfte, unprätentiöse Melodien, filigrane Instrumentierung und eine tiefe Verbundenheit mit den Wurzeln amerikanischer Musik – Blues, Folk, Rock und Country – prägen dieses Album.

Zudem besticht die Band erneut mit der für sie typischen geschickten Gitarrenarbeit und den ausdrucksstarken Gesangsharmonien. Songs wie das beschwingte „I’ll drive“ handeln von unbeschwerter Realitätsflucht, während das zarte „Half of Me“ die tiefen emotionalen Bindungen thematisiert, die das Fundament aller menschlichen Beziehungen sind.

Mit dabei auf dem Album sind zwei bemerkenswerte Gastmusikerinnen: die legendäre Bonnie Raid, die dem bluesig-erdigen „Half Moon Eyes“ ihre raue und doch warme Stimme leiht und den Song „Knuckles“ zusammen mit Joey Landreth in ein tiefgründiges Duett verwandelt. Zudem ist die Powerfrau Begonia auf dem sphärischen Folksong „Strange Dear“ zu hören, mit dem das Album schließt.  

Wer die Musik von Jackson Browne, Tom Petty oder James Taylor mag, dem wird auch dieses musikalisch bemerkenswerte und exzellent klingende Album gefallen.

VÖ.: 14.11.2025 Label: Birtday Cake Records Vertrieb: Cargo

Hans Kaltwasser
Hans Kaltwasser
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