The Black Phone: gruseliger Retro-Horror

Bei einer Horrorgeschichte ist weniger oft mehr, aber nicht so bei „The Black Phone“. Scott Derricksons Film über einen Serienentführer und -killer basiert auf einer Kurzgeschichte von Stephen Kings Sohn Joe Hill.  

Eine Kurzgeschichte auf Spielfilmlänge auszudehnen, kann manchmal auch nach hinten losgehen. Dann ist das Ergebnis ein aufgeblähtes Chaos. Nicht so in diesem Fall. Derrickson hat erneut mit Co-Autor C. Robert Cargill und Hauptdarsteller Ethan Hawke zusammengearbeitet – dem Team hinter seinem erfolgreichen Horrorfilm „Sinister“ aus dem Jahre 2012.

The Grabber (Ethan Hawke) and Finney Shaw (Mason Thames) in The Black Phone, directed by Scott Derrickson. © 2022 UNIVERSAL STUDIOS. All Rights Reserved.

Schauplatz ist eine amerikanische Kleinstadt in Colorado in den späten 1970er-Jahre. Die Menschen haben Angst vor einem Serienentführer und -killer mit dem Spitzennamen „The Grabber“, der Greifer, der sein Gesicht hinter wechselnden grausigen Masken verbirgt. Er hat es auf Teenager abgesehen und fährt angeblich in einem Clownskostüm mit schwarzen Luftballons in seinem Lieferwagen herum, auf dessen Seite die Zauberformel Abrakadabra steht. Fünf Jugendliche sind ihm bereits zum Opfer gefallen, deren vergilbte Vermisstenplakate an den Zäunen und Häuserwänden hängen.  

Finney Shaw (Mason Thames) and Gwen Shaw (Madeleine McGraw) in The Black Phone, directed by Scott Derrickson. © 2022 UNIVERSAL STUDIOS. All Rights Reserved.

Das jüngste Opfer des Greifers ist der 13-jährige Finney Shaw, ein schüchterner Junge, der gut in Mathe ist und Baseball spielt. Sein verwitweter Vater (Jeremy Davies) ist ein wütender, gewalttätiger Alkoholiker, der am Tod seiner Frau zerbrochen ist. Gwen ist Finneys kluge kleine Schwester. Sie ist tough, vulgär und hat ein loses Mundwerk. Und obwohl sie jünger ist, hilft sie Finney manchmal aus der Patsche, zum Beispiel wenn er in der Schule von fiesen Mitschülern schikaniert wird. Wie ihre verstorbene Mutter kann sie Dinge in ihren Träumen voraussehen.

Als der „Greifer“ Finney entführt, hält er ihn in einem schäbigen Kellerraum gefangen. An der Wand hängt ein schwarzes Wählscheibentelefon, das scheinbar nicht angeschlossen ist. Wider alle Vernunft klingelt das Telefon, wenn der „Greifer“ nicht da ist. Am anderen Ende der Leitung melden sich die Geister der früheren Opfer des „Greifers“, die Finney helfen wollen, sich aus seiner misslichen Lage zu befreien. Während dessen hat Gwen Träume vom „Greifer“, die die Polizei sehr ernst nimmt. Von da an nehmen die Dinge ihren Lauf. 

„The Black Phone“ bietet durchaus solide, sehenswerte Unterhaltung. Jump-Scares werden maßvoll und effektiv einsetzt, die spannende Geschichte funktioniert vor allem auf der menschlichen Ebene. Zudem überzeugt der Film mit großartigen schauspielerischen Leistungen von Ethan Hawke in der Rolle des Bösewichts sowie Mason Thames und Madeleine McGraw als die Geschwister Finney und Gwen.

Ab heute in den Kinos.

© 2022 UNIVERSAL STUDIOS. All Rights Reserved.

Standardbild
Hans Kaltwasser
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