Take a Look at Me Now: Phil Collins

„Going Back“ nannte Phil Collins sein letztes Studioalbum aus dem Jahre 2010, auf dem er hauptsächlich Motown- und Soul-Stücke coverte, allesamt Songs, die die Gefühle seiner frühen Jugend zurückbrachten. Unter dem Motto „Take a Look At Me Now“ kehrt der Ex-Genesis Drummer und Frontmann jetzt tatsächlich im Rahmen einer breit angelegten Retrospektive zu seinem acht Soloalben umfassenden Backkatalog zurück. Den Auftakt machen die soeben erschienenen Wiederveröffentlichungen „Face Value“ und „Both Sides“, die neben den fein remasterten Originalen auch bislang unveröffentlichte Demos und B-Seiten zu Gehör bringen.
Beide Alben sind sehr persönliche Werke. Auf „Face Value“, mit dem Phil Collins 1981 seine Solo-Karriere startete, verarbeitete der Musiker die Scheidung von seiner Frau. Großartige Songs wie „In the Air Tonight“, „You Know what I Mean“ und „If Leaving Me Is That Easy“, handeln vom Wut und Schmerz des Verlassenwerdens. Zudem schuf Collins mit dem Album „Face Value“ seinen wuchtig-dynamischen „Gated-reverb-Sound“, der in den 1980ziger Jahren sein Markenzeichen wurde und bis heute noch viele junge Schlagzeuger inspiriert. Ein typisches Beispiel hierfür ist der als Single ausgekoppelte Song „In the Air Tonight“, der mit seinen massiven Drum fills am Ende des Stücks damals wie heute begeistert.
Auch das zwölf Jahre später erschienene „Both Sides“ ist ähnlich wie sein Vorgänger ein sehr persönliches Album, auf dem Collins über seine Gefühle und privaten Probleme singt, das aber auch politische Themen anspricht wie z.B. soziale Ungerechtigkeit und Diskriminierung, die im schönen Song „Both Sides oft he Story“ behandelt werden. Zudem ist „Both Sides“ das einzige Album, das Collins nicht nur selbst produziert hat, sondern bei dem er auch alle Instrumente selbst gespielt hat.
Beide Alben wurden von Nick Davis tadellos remastert, der schon 2007 für den guten Klang der Genesis-Remixe gesorgt hatte und der auch die übrigen Reissues der Serie betreuen wird. Bässe und Drums kommen noch druckvoller, Höhen sind frei von jeglichen Schärfen, Cymbals erstrahlen glanzvoller und die mächtig donnernden Fills am Ende von „In The Air Tonight“ bauen sich zu einer riesigen Klangbühne auf.
„Face Value“ und „Both Sides“ wurden jedoch nicht nur klanglich aufpoliert, sondern auch mit einem neuen Artwork-Konzept ausgestattet, das Collins aktiv mitgestalten half. Die Cover zeigen den Musiker genau in jenen Posen, die damals die Originalalben zierten.

„Face Value“ und „Both Sides“ sind wie alle Alben der Serie „Take A Look At Me Now“ in verschiedenen Konfigurationen erhältlich. Neben den Doppel-CDs und Download-Versionen, die jeweils die remasterten Alben und das Bonusmaterial enthalten, erscheinen sie in audiophiler Qualität auf 180 g Vinyl gepresst – „Face Value“ als Einzel-LP und „Both Sides“ als Doppel-LP.

Foto: Patrick-Ball-Martin-Griffin

Standardbild
Hans Kaltwasser
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