In einer neuen Ausstellung des Arp Museums Rolandseck werden Meisterwerke aus dem 1400 –1800 Jahrhundert gezeigt. Früher reisten Künstler durch Europa, um Kunst und neue Ideen kennenzulernen; heute reisen die Kunstwerke selbst. Für die Ausstellung „Sprechende Bilder“ tauschen das Arp Museum Rolandseck und das Nationalmuseum Luxemburg (MNAHA) jeweils 30 bedeutende Werke aus. In Rolandseck werden Meisterwerke aus Luxemburg mit 19 Werken der Sammlung Rau für UNICEF gezeigt.
Die Ausstellung zeigt Bilder, die Geschichten erzählen
Früher waren Bilder das wichtigste Medium für Wissen und Unterhaltung, ähnlich wie heute soziale Medien oder Fernsehen. Die Werke laden dazu ein, ihre Geschichten zu entdecken und zu entschlüsseln.
Ein Beispiel ist das Bild „Bacchus, Venus und Amor“ von Rosso Fiorentino, das von Luxemburg nach Rolandseck reist. Der Sammlungstausch ist eine besondere Zusammenarbeit zwischen den Museen und ein Beispiel für europäischen Kulturaustausch.

Nationalmuseum Luxemburg (MNAHA), Foto: MNAHA, Tom Lucas
Im Zentrum stehen also Bilder, die etwas zu erzählen haben: Geschichten von Göttinnen und Göttern, Heldinnen und Helden, Heiligen und Herrschern – aber auch vom ganz alltäglichen Leben. Sie wollen nicht nur betrachtet, sondern gelesen werden. Sie wollen bilden und unterhalten.
Denn die Lust an Geschichten ist zeitlos. Kunst war das zentrale Massenmedium der Wissensvermittlung und Unterhaltung, zumal die wenigsten lesen konnten. Biblische Geschichten und antike Mythen waren dem Publikum damals vertraut; während wir sie heute oft erst entschlüsseln müssen. Was erzählen die Entführung der Helena oder die schlafende Psyche von Liebe, Begehren und Betrug? Was verraten Totenschädel und welkende Blumen über die Vergänglichkeit? Und ist manche scheinbar harmlose Alltagsszene vielleicht vielmehr eine Gesellschafts-Satire? Wer genau hinsah, konnte mitdenken, rätseln – und schmunzeln.

Restauriert dank der Großzügigkeit der KBL European Private Bankers über
den Fonds culturel national, Nationalmuseum Luxemburg (MNAHA),
Foto: MNAHA, Tom Lucas
Die Ausstellung ist seit dem 27.September 2026 bis zum 4. April 2027 im Arp Museum zu erleben.
Sprechende Bilder wird kuratiert von Dr. Susanne Blöcker, Kuratorin am Arp Museum. Es ist Susanne Blöckers letzte Ausstellung, die seit 2008 zur Sammlung Rau geforscht und publiziert hat und in 25 Ausstellungen diese Sammlung von Weltformat in immer neuen Facetten gesehen und zugänglich gemacht hat.
Titelbild: Ausstellungsansicht Sprechende Bilder, Foto: Mick Vincenz







