Spielhallen: Das kulturelle Erbe schwindet landesweit dahin

Spielhallen, die in fast jeder Stadt zu finden sind, hatten es in der Vergangenheit alles andere als einfach. Einzelne Bundesländer brachten verschärfte Gesetze für das Glücksspiel hervor, sodass strenge Auflagen für die Betreiber gelten. Diese können nicht immer umgesetzt werden. Zudem sorgte die Corona-Pandemie dafür, dass Spielhallen vor Ort schließen mussten, da sie die starken Einbußen nicht mehr stemmen konnten.

Spieler, die während der Pandemie nicht auf das Glücksspiel verzichten wollten, meldeten sich vermehrt in Online-Casinos an. Da diese jedoch illegal agierten, wollten viele Kunden ihr Geld zurückfordern vom Casino und in manchen Fällen könnten sie sogar recht bekommen. Einige Nutzer der Online-Spielotheken hatten nämlich bereits Erfolg, da Online-Betreiber ihr Angebot nicht hätten unterbreiten dürfen.

Auswirkungen des neuen Glücksspielgesetzes

Bevor das neue Glücksspielgesetz verfasst wurde, war das Glücksspielangebot im Internet verboten. Lediglich Online-Casino Gäste mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein durften ein Kundenkonto anlegen. Trotzdem wurde die irreführende Reklame im Fernsehen in ganz Deutschland ausgestrahlt.

Daher können Spieler, die zu dieser Zeit Gelder verloren haben, Verluste mit Erfolg einklagen. Nutzer vertrauten den Online-Spielotheken, da diese mit einer Lizenzierung von ausländischen Behörden wie Malta oder Curacao ihre Seriosität und Sicherheit garantierten.

Seit dem Jahr 2021 gilt der neue Glücksspielvertrag. Dieser wurde verfasst, damit einheitliche Regeln im Online-Glücksspielmarkt herrschen. Legal sind seit dem neuen Vertrag Online-Casinos, die über eine deutsche Lizenzierung verfügen. Aufgelistet sind diese auf der sogenannten White List. Momentan befinden sich noch relativ wenige Online-Betreiber auf dieser Liste. Es gibt jedoch zahlreiche Bewerber um eine Lizenzierung, daher werden legale Casinos im Internet in Zukunft vermehrt auftreten.

Spielhallen vor Ort haben daher nicht ohne Grund die Sorge, dass die Besucherzahlen durch das Online-Angebot weiter sinken. Mittlerweile mussten schon viele stationäre Glücksspielhallen schließen und die Tendenz ist steigend.

Der Schutz der Spieler steht im Vordergrund

Die neue Spielverordnung für Spielhallen und Gaststätten mit Automatenspielen soll dafür sorgen, dass vor allem Jugendliche besser geschützt werden und die Spielsucht eingedämmt wird. Jeder Gast muss sich in Spielhallen vor Ort zunächst eine Spielerkarte aushändigen lassen. Bevor diese vom Betreiber abgegeben wird, muss das Alter des Spielers überprüft werden. Ein weiterer Grund für die Einführung der Karte ist, dass Gäste nur noch an einem Gerät spielen können.

Pro Stunde darf in Spielhallen nur noch ein Verlust von 60 Euro und ein Gewinn von 500 Euro ermöglicht werden. Dabei spielt das eigene Budget des Spielers keine Rolle. Nach drei Stunden wird das Glücksspiel automatisch unterbrochen.

Die Vorschriften der Online-Casinos

Auch in Online-Casinos mit deutscher Lizenzierung herrschen strenge Regeln. Kunden können maximal 1 EUR pro Spielrunde einsetzen. Außerdem dürfen in den virtuellen Casinos pro Monat maximal 1.000 EUR eingezahlt werden, dabei spielen Gewinne und Verluste keine Rolle.

Derzeit gibt es Spielportale online, die nur über virtuelle Spielautomaten verfügen. Tischspiele und Live-Tische befinden sich nicht im Angebot. Auch die beliebte Autoplay-Taste, die dafür sorgt, dass Spiele automatisch ohne weiteres Eingreifen ablaufen, ist verboten. Zudem muss nach einer Stunde eine fünfminütige Pause eingelegt werden und zwischen den Spins an Slots müssen fünf Sekunden Ruhe herrschen.

Die Auswirkungen auf die deutsche Glücksspiel-Szene

Da einige Spieler diese Einschränkungen stören, melden sich diese immer noch in Online-Casinos an, die über eine ausländische Lizenzierung verfügen und eigentlich verboten sind. Es gibt kaum Limits und das Spielangebot ist weitaus größer. Freispiele und Bonusangebote, die lediglich für die Registrierung angeboten werden, locken Gäste vermehrt in illegale Online-Casinos. Des Weiteren gibt es oft große Bonusangebote für Einzahlungen, sodass Gäste dazu verleitet werden.

Glücksspielbetreiber vor Ort haben nahezu keine Chance, mit derartigen Angeboten zu locken, da solche Reklamen untersagt werden. Örtliche Unternehmer und legale Casinos müssen mit strengen Regelungen Angebote unterbreiten, sodass diese immer unattraktiver erscheinen. Zudem hat die Corona-Pandemie die Szene der Kunst und Kultur stark beeinträchtigt, doch auch die Spielhallen können sich kaum davon erholen.

Derzeit gehen einige Behörden gegen illegale Online-Betreiber vor, sodass in Zukunft eine große Veränderung im Glücksspielbereich zu erwarten ist. 

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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