Zwei Songs, die schon mehrere Jahrzehnte existieren, und eine ganz neue Single sind die Musiktipps am Dienstag. Sie kommen von Antonio Carlos Jobim, Scott Joplin und Marla Moya.
Joscho Stephan Trio feat. Marcus Schinkel – Wave
Wie eine Welle mit sinnlichen Rhythmen und poetischen Texten überrollte der Bossa Nova, übersetzt „die neue Welle“, die Musiklandschaft Ende der 1950-er Jahre und begeisterte Musiker und Musikliebhaber*innen gleichermaßen. João Gilberto und Antonio Carlos Jobim gelten als seine Erfinder. Der Song „Wave“ aus dem Jahre 1967 ist ein klassischer Bossa Nova und einer von vielen, die Antonio Carlos Jobim komponiert hat. Er schrieb auch den portugiesischen und englischen Text des Liedes.
Der melodische Song bietet viel Raum für Improvisationen. Darum eignet er sich sowohl für instrumentale als auch für gesangliche Interpretationen und ermöglicht eine breite Palette von musikalischen Ansätzen. Unzählige Male wurde er gecovert. Zu den bemerkenswertesten Aufnahmen von „Wave“ gehören die von Oscar Peterson, Toots Thielemans, Pat Metheny, Sarah Vaughan, Elis Regina und Frank Sinatra.
Eine Interpretation, die wahrscheinlich nicht so bekannt, aber sehr perfekt und eine wunderbare Hommage an Carlos Jobim ist, stellen wir hier vor.
Scott Joplin – Gladiolus Rag
Scott Joplin (ca. 1867-1917) war Pianist und Komponist und Sohn eines zur Zeit seiner Geburt befreiten Sklaven. Er spielte als Kind bereits Violine, und ab dem siebten Lebensjahr erhielt er Klavierunterricht bei Julius Weiss. Seine Musik bildete die Grundlage des Ragtime und Swing und hatte großen Einfluss auf die amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts. Von Joplins zahlreichen Rags sind The Entertainer und der Maple Leaf Rag die bekanntesten Stücke. Im Jahr 1899 brachte er eine gedruckte Ausgabe des Maple Leaf Rag heraus, das erste Musikstück, das über eine Million Mal verkauft wurde.
Ragtime wurde vom Jazz abgelöst und Joplins Musik geriet erst wieder in die Öffentlichkeit, als sie 1973 als Soundtrack des Oscar-prämierten Films „Der Clou“ weltberühmt wurde.
Im Juli blühen die Gladiolen und deshalb ist es Zeit für den Gladiolus Rag, der erstmals 1914 aufgenommen wurde.
Marla Moya – „Shedding Skin“
Mit Shedding Skin betreten wir wieder die Gegenwart. Diesen Song hat die Singer-Songwriterin Marla Moya am 4. Juli als zweite Single ihres Debütalbums Sanguine Soul herausgebracht.
Eine langjährige Beziehung, die zu Ende geht, kann das gesamte Leben erschüttern und Narben hinterlassen. So beschreibt der Song die Phase zwischen Kontrollverlust und Selbstermächtigung. Marla Moya singt von Angst und Aufbruch – und davon, wie sich eine neue, eigene Haut bildet, wenn die alte nicht mehr passt – ein Bild, das auch im Songtitel Shedding Skin mitschwingt.
„Die Melodie kam eines Nachts – und plötzlich wurde aus der Angst vor dem Alleinsein ein tanzbares Bekenntnis zur Freiheit“, sagt Marla. Und genau so klingt es: lebendig, verletzlich, mutig. Ein sehr ausdrucksstarker Song, der besonders durch die tolle Stimme bezaubert.
Titelbild: Image by Stefan Schweihofer from Pixabay







