Solidarity – Dokumentarfilm von David Bernet

Solidarität – das Wort wird oft benutzt. Es stammt aus dem Lateinischen solidus, was so viel heißt wie „gediegen, echt, fest“, daraus entspringt eine Haltung, die uns mit Gleichgesinnten verbindet und uns dazu bringt, ihre Ideen, Aktivitäten und Ziele zu unterstützen. Solidarität ist ein sehr wichtiges Prinzip in menschlichen Gemeinschaften. – und zugleich ein zutiefst widersprüchliches. Der Autor der Dokumentation Solidarity David Bernet, fragt zu Beginn seines Films, wie weit reicht die Solidarität?

Die Vereinten Nationen und ihr Flüchtlingskommissariat UNHCR sind der ursprüngliche Ort, an dem sich die Weltgemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zu gemeinsamer Verantwortung für Frieden und für die aus Kriegs- und Krisengebieten Geflüchteten bekennt.

Gestern noch zeigte die UN-Vollversammlung, dass deren Aufgaben nicht leicht zu bewältigen sind, besonders dann, wenn Kritik nicht weiterhilft, sondern eher zerstörerisch wirkt. Der Dokumentarfilm ist auf der Suche nach Antworten auf die Frage, wie es um die internationale Solidarität bestellt ist.

Im Jahr 2021 – zu Beginn des Films – explodiert die Zahl der Geflüchteten förmlich – ein Ausmaß, das es so noch nie gab. Der Schweizer Dokumentarfilmer Bernet macht sich auf den Weg von der polnischen Grenze zu Belarus, um die engagierte Menschenrechtsaktivistin Marta Siciarek zu treffen. Hier befinden sich die Gräber von Flüchtlingen, die an der Grenze ihr Leben verloren haben – stille Zeugen einer harten Realität.

Martha Siciarek Foto: ©Indi-Film

Im Februar 2022, als Russland die Ukraine überfiel, brach in Polen eine gewaltige Welle der Solidarität los. Die vielen ukrainischen Flüchtlinge werden von Freiwilligen empfangen, untergebracht, mit Lebensmitteln versorgt. Der Film führt schließlich in den Solidaritätsclash im .Nahen Osten, wo die humanitären Menschenrechte ins Wanken geraten sind.

©Indi-Film

Der Film zeigt die helle und die dunkle Seite der Solidarität

Die Protagonist*innen dieses Films sind Profis in der solidarischen Arbeit. Sie sind keine Ersthelfer, sondern Menschen, die im humanitären System der „globalen Solidarität“ tätig sind. Ihre Aktivitäten erstrecken sich über diverse Ebenen, von regionalen Graswurzelstrukturen bis zu den obersten Instanzen der Vereinten Nationen.

„Globale Solidarität“ ist eine Errungenschaft der Weltgemeinschaft als Lehre aus den Zerstörungen des Zweiten Welktriegs und seitdem ein kompliziertes und sensibles Menschheitsprojekt. Muss diese Solidarität heute in einer Welt voller Krisen und Katastrophen neu erfunden werden?

Der Film „Solidarity“ stellt eine bedeutende filmische Arbeit dar, die das Defizit an Solidarität kritisch reflektiert und zugleich die Akteure identifiziert, die sich fälschlicherweise als solidarisch deklarieren. Er regt zum Nachdenken an und fordert dazu auf, diese menschliche Eigenschaft nicht verkümmern zu lassen.

Der Dokumentarfilm „Solidarity kommt heute in die Kinos

Kinotour mit dem Regisseur David Bernet
KÖLN – Do. 25.09. um 18:00 Uhr – Odeon

BERLIN – Fr. 26.09.

HAMBURG Mo. 29.09. um 19:00 Uhr – Abaton

HANNOVER -Mi. 01.10. um 20:30 Uhr – Kino am Raschplatz

Hier geht es zum Spendenaufruf: https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/50892-solidarity-spendenaktion

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.

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