Serena

„Ich finde, wir sollten heiraten“, sagt George (Bradley Cooper) zu Serena (Jennifer Lawrence), die er gerade erst kennengelernt hat. Eine Frau, von der er nur weiß, dass sie bei einem Brand ihre Geschwister und Eltern verloren hat, den Wald ebenso sehr liebt wie er und schön ist. Diese Szene gehört zu den ersten des Films der Oscar-Preisträgerin und Regisseurin Susanne Bier. Und für mich auch zu einer wegweisenden Schlüsselszene, die deutlich macht, wo der Film hinsteuert. Er erzählt eine Liebesbeziehung, die für die Zeit, in der er spielt, so ungewöhnlich wie leidenschaftlich ist. Die beiden heiraten und kehren nach North Carolina auf die Holzfällerfarm von George zurück, wo die Heirat überrascht aufgenommen wird. Besonders von George engstem Vertrauten Buchanan ( David Dencik). Der fühlt sich auch gleich überfordert und sieht in Serena eine Konkurrenz, der er nicht gewachsen ist. Auch deshalb, weil George sie als gleichberechtigte Partnerin vorstellt. Doch Serena setzt sich durch und kann sich Anerkennung verschaffen. Als sie jedoch erfahren muss, dass sie keine Kinder bekommen kann, George aber bereits ein Kind von einer anderen Frau hat, zeigt sie eine andere Seite von sich….

Die Rahmenhandlung zeigt die sozialpolitischen Hintergründe auf: Der Film spielt 1929, also noch während der Weltwirtschaftskrise. Deshalb sind die ökonomischen Bedingungen alles andere als gut, und auch George hat mit den Folgen zu kämpfen. Umweltschützer wollen zudem dem durch das hemmungslose Baumroden bedingten Raubbau an der Natur ein Ende setzen. Arbeitsschutz der Arbeiter gibt es nicht, und so kommt es zu häufig zu Todesfällen.

Susanne Biers Liebesszenen und davon gibt es einige, sind sehr schön, nicht übertrieben und, wie ich finde, frauenfreundlich. Aber auch die Landschaftsaufnahmen des in den Wäldern Tschechiens gedrehten Films beeindrucken mit sublimer Optik. Die Regisseurin hält den Zuschauer aber immer auf Distanz zu den Figuren, sodass die Dramatik der Geschichte niemanden außer die Schauspieler überwältigt.

Die Hauptdarsteller
„Die Tribute von Panem“-Star und Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence spielt die Titelheldin Serena an der Seite von Bradley Cooper, mit dem sie bereits in „Silver Linings“ und „Amercian Hustle“ zu sehen war. Erstaunlicherweise gelingt es ihr trotz ihres jungen Alters, die Rolle sehr tiefgründig und überzeugend zu spielen. Schnell wird deutlich, dass Serena etwas zu verbergen hat. Auf der einen Seite ist sie selbstsicher und kann sich inmitten der Männer sehr gut behaupten, aber sie ist auch verletzlich und leidenschaftlich. Lawrence gelingt es, all diese Emotionen sehr gekonnt umzusetzen.
Bradley Cooper überzeugt ebenfalls. Er kann seine große Liebe zu Serena und ehrgeizigen Bestrebungen glaubhaft und darstellerisch präzise umsetzen.

Fazit:
„Serena“ ist die zweite Hollywoodverfilmug der Regisseurin. Ein wenig habe ich den Eindruck, dass Hollywood ihr bei der Arbeit über die Schulter geguckt hat. Der Film ist ein Drama, ohne dass wir gleich Taschentücher zücken müssten. Es lohnt sich, den Film anzusehen – doch umwerfend ist er nicht.

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Serena – ab 18.12.14 im Kino!

Fotos: © 2014 – StudioCanal

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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