Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck lädt zu einer außergewöhnlichen Ausstellung ein und schlägt ein faszinierendes Kapitel europäischer Kunstgeschichte auf. Unter dem Titel Seelenlandschaften präsentiert das Museum Meisterwerke des späten 19. Jahrhunderts aus der renommierten Sammlung The Phoebus Foundation in Antwerpen. 28 Gemälde und Skulpturen von herausragenden Künstlern wie James Ensor, Léon Spilliaert, George Minne und Théo van Rysselberghe öffnen ein Panorama der belgischen Kunst vom Impressionismus bis zur Klassischen Moderne und stehen im Dialog mit Meisterwerken der Sammlung Rau für UNICEF.

Netzwerke der Moderne – Belgien und Frankreich
Belgiens reiche Kunst des späten 19. Jahrhunderts ermöglicht die Sammlung The Phoebus Foundation, die gemeinsam mit den französischen Werken aus der Sammlung Rau für UNICEF in einen Dialog treten, der die enge künstlerische Vernetzung Europas zwischen den Metropolen Brüssel und Paris im Fin de Siècle sichtbar macht.
Dieses enge Zusammenspiel zwischen Brüssel und Paris prägte die Entwicklung neuer Kunstströmungen um 1900. Die beiden Metropolen entwickelten sich zu pulsierenden Zentren der Avantgarde, wo Künstler wie Claude Monet, Paul Signac, Auguste Renoir, George Minne oder James Ensor im regen Austausch miteinander standen. Diese internationalen Verbindungen ließen die Grundlagen entstehen für den Impressionismus, den Pointillismus, Symbolismus und schließlich den Fauvismus, die einander in ihrer Dynamik befruchteten.

Die Gliederung der Ausstellung
Insgesamt ist die Ausstellung Seelenlandschaften in vier thematische Kapitel gegliedert, die den Besucherinnen und Besuchern eine atmosphärische Annäherung an diese Epoche ermöglichen:
Licht an! Der Impressionismus in Frankreich und Belgien
Dieses Kapitel eröffnet mit dem Licht des Impressionismus – jener künstlerischen Revolution, die in den 1870er Jahren aus Paris heraus die Malerei veränderte. Claude Monet, Auguste Renoir und ihre Mitstreiter suchten das Flüchtige des Moments, das Wechselspiel von Licht und Atmosphäre, und brachten es in vibrierenden Farben auf die Leinwand.
In Belgien fanden ihre Ideen bei Künstlern wie Emile Claus fruchtbaren Boden. Claus, der mit französischen Kollegen wie Camille Pissarro und Claude Monet in engem Austausch stand, entwickelte mit seiner Gruppe Vie et Lumière den sogenannten Luminismus – eine Variante des späten Impressionismus, die das Leuchten und Spiegeln des Sonnenlichts in der Natur in den Mittelpunkt rückte.
In der Ausstellung treten seine strahlenden Ansichten der flämischen Leie in einen faszinierenden Dialog mit den lichtgetränkten Winterlandschaften Monets. Gemeinsam erzählen sie von einer Zeit, in der Malerei zur Schule des Sehens wurde – geprägt von wissenschaftlicher Neugier und dem Wunsch, die Welt im Wandel des Lichts zu erfassen.
Seelenlandschaften. James Ensor – Claude Monet – Léon Spilliaert
23. November 2025 – 8. März 2026 im Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Titelfoto: seelenlandschaften Helmut Reinelt







