Klang und bildende Kunst in der Ausstellung „Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time“. Sieben Werke in fünf großformatigen Installationen von Ryuichi Sakamoto sind in der Ausstellung im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zu sehen, die explizit an der Schnittstelle von Klang und bildender Kunst angesiedelt sind.
Sakamoto gilt als Pionier, der die Grenzen zwischen Musik, Film, Performance und bildender Kunst immer wieder neu definiert hat. Ein Beispiel ist die Installation „IS YOUR TIME“ (2017), in der ein durch den Tsunami 2011 zerstörtes Klavier zum Objekt für Klänge wird. Hier werden seismologische Daten von Erdbeben weltweit in Echtzeit digital umgewandelt und als Klang erlebbar gemacht. Das Klavier wird so zum skulpturalen Kunstobjekt und gleichzeitig zum Instrument, das Daten in Klang übersetzt.

© The Estate of Ryuichi Sakamoto / KAB Inc, Foto: Jacopo La Forgia
Viele der ausgestellten Werke sind in enger Kooperation mit internationalen Künstler*innen wie Shiro Takatani (bildende Kunst, Medienkunst) und dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul entstanden. Diese Zusammenarbeit führt zu Installationen, die sowohl visuelle als auch akustische Elemente vereinen und so ein immersives Kunsterlebnis schaffen.

© The Estate of Ryuichi Sakamoto / KAB Inc, Foto: Jacopo La Forgia
Dreidimensionale Klangräume
Seit den 2000er-Jahren entwickelte Sakamoto dreidimensionale Klangräume, die den Besucher*innen ermöglichen, Klang physisch im Raum zu erleben. Diese Klangräume sind nicht nur akustisch, sondern auch visuell erfahrbar und verbinden so die Wahrnehmung von Klang mit der von bildender Kunst.
Zudem werden in der Ausstellung auch Filme von Carsten Nicolai gezeigt, die Musik von Sakamotos letztem Album „12“ verwenden. Hier wird Musik nicht nur als Begleitung, sondern als zentrales künstlerisches Element eingesetzt, das mit dem bewegten Bild eine neue Form der Kunstinstallation bildet.
Die Besucher*innen erleben Installationen, in denen Klangquellen sichtbar sind (z.B. das zerstörte Klavier), und die akustischen Ereignisse mit visuellen Eindrücken verschmelzen.Die Werke laden dazu ein, Klang nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen und im Raum zu erfahren – etwa durch die Visualisierung von Daten oder die räumliche Anordnung von Lautsprechern und Objekten. Eine außergewöhnliche Ausstellung, die Klang und bildende Kunst verbindet, indem sie Klang als Material und Medium der bildenden Kunst einsetzt, interdisziplinäre Kooperationen fördert und den Besucher*innen ermöglicht, Klang sowohl auditiv als auch visuell und räumlich zu erleben.
Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time | 11. September 2026 – 20. Juni 2027
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Titelbild: Portrait von Ryuichi Sakamoto
© 2020 KAB Inc., Foto: Neo Sora







