Rusconi brillieren im Berliner „Badehaus Szimpla“

Mit einer Trompete fing der Abend an – gestern im Badehaus Szimpla in Berlin Friedrichshain – einem kleinen, aber sehr hübschen Club spielten Rusconi. Was dann nach den vielversprechenden Anfangstönen kam, war einfach irre gut: Musik irgendwo zwischen Jazz und Rock, zwischen Komposition und freier Improvisation, die keine Scheu hat, die traditionellen Genregrenzen zu überschreiten. Fabian Gisler begeisterte abwechselnd mit groovenden Bassläufen, gestrichenen Kontrabasslinien und einer wundervoll krächzenden Gitarre, die schon mal unerwartet mächtig rocken konnte. Claudio Strüby glänzte mit ebenso präzisem wie phantasievollen synkopischen Schlagzeugspiel und schnell wirbelnden Drum Fills, die wie  Regen auf den Zuhörer niederprasseln. Und Pianist und Komponist Stefan Rusconi erwies sich einmal mehr als wahrer Hexenmeister an den Keyboards, dem er tolle Akkordfolgen und manchmal tragende Melodielinien entlockte, die er durch fauchende und schmatzende Klänge aus einem Effektgerät ergänzte.

Alle Instrumente ergeben zusammengenommen einen Sound, der nur noch minimal mit klassischem Jazz zu tun hat.  Mit „The Beginning“, eröffnet die Schweizer Band ein außergewöhnlich tolles Konzert, bei dem sie ihre schönsten Stücke spielen. Höhepunkte sind u.a. „Chihiro‘s World“, eine eindrucksvolle akustische Umsetzung der Zeichentrickphantasien von Hayar Miyazakis, das magische „Seaflower“ und die abwechslungsreiche musikalische flirrende Impression „Angkor“.

Charmant plaudernd führt Pianist Stefan Rusconi durch das Programm und erklärt zum Stück „Pisa“, dass dort, wo andere Fotos schießen, ihnen die Idee für das Stück kam, obwohl sie noch nie in Pisa waren. Uns war’s so sehr viel lieber, und der Titel klang weder nach dem bekannten schiefen Turm der toskanischen Stadt, sondern mit seinem spannenden Dialog zwischen Drums und Keyboards erfrischend schräg. Das Berliner Publikum reagiert begeistert. Klar, dass die Band ohne die superbe Zugabe „Sojus Dream“ nicht von der Bühne gelassen wurde.

 

 

 

Foto: Ben Jakon

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Ingrid
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