Im dritten und letzten Jahr der Intendanz von Ivo Van Hove lädt die Ruhrtriennale dazu ein, gemeinsame Erlebnisse zu feiern und neue Perspektiven einzunehmen. „Ich freue mich auf ein weiteres Fest mit den Gästen der Ruhrtriennale.“, so Ivo Van Hove. „Lassen Sie uns trotz der Krisen unserer Zeit das Leben feiern – durch gemeinsame Begegnungen und Erfahrungen, durch Miteinander und Austausch und mit einer großen Neugier aufeinander.“

Ivo Van Hove eröffnet die Ruhrtriennale mit dem Musiktheater Rebel Rebel, das die Musik David Bowies ins Zentrum stellt. Rebel Rebel versteht sich als Kommentar zur Gegenwart, die zunehmend dystopisch anmutet. Entfremdung und Isolation sind hier nicht nur gesellschaftsbedingt, sondern gesetzlich verordnet. Ein junges Paar leistet Widerstand und erschafft sich seine eigene Utopie.
Wegen der großen Nachfrage bietet die Ruhrtriennale zwei Zusatzvorstellungen von Ivo Van Hoves Eröffnungsproduktion Rebel Rebel an. Die Vorstellungen werden am 3. und 4. September in der Jahrhunderthalle Bochum gespielt. Rebel Rebel erzählt die Geschichte eines jungen Paares, das sich in einer dystopischen Gesellschaft gegen Isolation und staatliche Kontrolle auflehnt. Musiktheater, Schauspiel und Choreografie verbinden sich zu einer Inszenierung über Liebe, Freiheit und Widerstand.
Auch für den Tanzabend AS WE ARE mit Germaine Acogny & Gregory Maqoma konnte wegen des großen Interesses eine weitere Vorstellung eingerichtet werden: am 17. September in der Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord. Mit 82 Jahren ist Germaine Acogny eine legendäre Tänzerin, Lehrerin und Choreografin. Im Solo Josephine verkörpert sie das Leben der berühmten Josephine Baker. Gregory Maqoma begegnet diesem Solo mit Bantu, einer Choreografie für zwölf Tänzer:innen, die auch eine Hommage an die Einflüsse von Germaine Acogny und ihrer École des Sables ist, an der Maqoma selbst Schüler war.
Eine besondere Ergänzung zur Produktion EUROPA von Krzysztof Warlikowski gibt es am 30.8. um 14 Uhr in der Jahrhunderthalle Bochum. Vor der Vorstellung wird Wajdi Mouawad, dessen Text der Produktion zugrunde liegt, eine besondere Performance zeigen (Tickets unter ruhr3.com/europa). Ausgehend von seinen Vorlesungen am Collège de France in Paris reflektiert er in Europa – Der Schatten in einem, der schreibt über das Schreiben als Mittel zur Auseinandersetzung mit Geschichte, Tragödie und Gewalt. Zwischen Literatur, Philosophie und persönlicher Aussage fragt er, was es bedeutet in einem Europa zu leben und künstlerisch tätig zu sein, das von Erinnerung und Konflikt geprägt ist. Die Performance (Französisch mit deutschen und englischen Übertiteln, Altersempfehlung 18+) dauert 45 Minuten, die Vorstellung von EUROPA verschiebt sich an dem Tag um 15 Minuten auf 15:15 Uhr.
Tiefe Einblicke in die Thematik der Produktion Deutscher Herbst kann das Ruhrtriennale-Publikum am 19. September um 18:30 Uhr im Gespräch mit den Expert:innen Ruth Anderwald und Leonhard Grond bekommen. Beide arbeiten im Bereich der künstlerischen Forschung und untersuchen einerseits das Gefühl des Taumelns und andererseits den künstlerischen Widerstand gegen Faschismus. Ausgehend von Christopher Rüpings Deutscher Herbst nähert sich die Veranstaltung dem Phänomen aus künstlerischer, philosophischer und physiologischer Perspektive.
Die Ruhrtriennale 2026 beginnt am 20. August und endet am 20. September. Insgesamt gibt es in diesem Jahr 31 Produktionen und Projekte mit 114 Veranstaltungen in Bochum, Duisburg, Dortmund, Essen und Gladbeck.
Programm und Tickets www.ruhrtriennale.de.
Titelbild: Joséphine, Germaine Acogny © Maxime Dos







