Rückkehr nach Ithaka

Gestern Abend fand in Anwesenheit des Regisseurs Uberto Pasolini im Cinema in Düsseldorf die Premiere des Films „Rückkehr nach Ithaka“ statt. Ein herausforderndes Projekt für den Regisseur, aber auch eine Geschichte, die ihn schon als Kind begleitet.

Ganz gleich, woher man im Mittelmeerraum kommt – Homer und sein Epos ist der allererste literarische und kulturelle Ankerpunkt. „Meine Kindheit war geprägt von den faszinierenden Mythen Griechenlands und den spannenden Geschichten rund um den Trojanischen Krieg. Sie sind und waren schon immer ein Herzstück der mediterranen Kultur – damals wie heute unverzichtbar“, so der Regisseur.

Bereits mit den ersten Aufnahmen des Films fesselt er die Zuschauerinnen und Zuschauer unweigerlich. Mit atemberaubenden Bildern und dem sanften Spiel des natürlichen Lichts auf dem langsam aufschäumenden Meer, das Marius Panduru meisterhaft eingefangen hat, beginnt der Film – fast wie eine lebendige Metapher.

Ralph Fiennes (Odysseus) Foto: Maila Iacovelli Fabio Zayed (c) Ithaca Films Limited

Denn Odysseus kehrt nach 20 Jahren aus dem Trojanischen Krieg nach Ithaka zurück. Doch die Rückkehr schlägt zunächst keine hohen Wellen, sondern unerkannt betritt er als Bettler sein Königreich – verhärmt und gezeichnet vom Krieg.

Sein Land ist verwüstet und belagert von Freiern seiner Frau Penelope, die sie bedrängen, endlich einen Mann auszuwählen, der an ihrer Seite das Königreich wieder aufbauen soll. Penelope glaubt fest daran, dass ihr Mann lebt. Tagsüber webt sie ein Grabtuch für ihn, doch nachts zieht sie die Fäden wieder heraus – ein heimliches Ritual voller Hoffnung.

Juliette Binoche (Penelope), Foto: Maila Iacovelli Fabio Zayed

Ralph Fiennes taucht so tief in die Rolle des Odysseus ein, dass er ein Bild eines müden, traumatisierten und zerissenen Mannes malt, der völlig ratlos ist, wie es weitergehen soll. Juliette Binoche verzaubert als Penelope mit einem subtilen Minenspiel und einer Darstellung, die unter die Haut geht. Ihre Haltung, die weit über die mythische hinausgeht, stellt sie gleichberechtigt neben Odysseus. Im ungewöhnlichen Drama, das hinter den mythischen Figuren eine tiefere menschliche Wahrheit aufspürt, stehen der erbitterte Kampf gegen die Freier und die Sorge um den Sohn ebenso im Fokus wie Odysseus‘ innere Kämpfe und die Nachwirkungen des Krieges.

„Rückkehr nach Ithaka“ spricht eine Filmsprache, die diesen Themen voll und ganz gerecht wird und das, was auf der Leinwand passiert, von der ersten bis zur letzten Minute packend einfängt.

Ab heute in den Kinos Spielzeiten

Titelbild: Maila Iacovelli Fabio Zayed (c) Ithaca Films Limited

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
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