Ragnar Axelsson Greenland

„Nie war es wichtiger als jetzt, das Leben der Menschen in der Arktis und die Veränderungen, die sie durchmachen, in Worten und Bildern zu dokumentieren, damit die Welt sehen kann, was geschieht.“ (Ragnar Axelsson, *1958 in Reykjavik)

Tatsächlich bemerken wir es erst jetzt, wie sehr sich die Welt unter dem Klimawandel verändert hat Der Forograf Ragnar Axelsson ermöglicht mit seinen wunderbaren und eindrucksvollen Fotografien einen Blick in die Vergangenheit und die Schönheit der Arktis.

Acht Staaten, eine Vielzahl indigener Völker, rivalisierende Großmächte: Die Arktis ist Heimat, Klima-Indikator, geopolitisches Terrain und Ressourcen-Reservoir zugleich. In der Arktis zeigt sich drastisch, was die Erderhitzung bewirkt: Permafrost taut, Küsten erodieren, Ökosysteme geraten aus den jahrhundertealten Bahnen.

Der Rückzug des Eises wirkt sich zunehmend auch global aus: Meeresspiegel steigen und Wettersysteme geraten aus dem Gleichgewicht. Gleichzeitig wachsen machtpolitische und wirtschaftliche Begehrlichkeiten. Neue Schifffahrtsrouten, leichter zugängliche Rohstoffe und geopolitische Spannungen machen die Arktis zum Austragungsort von Konflikten.

Seit Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine aber auch durch Chinas Ambitionen einer „polaren Seidenstraße“ schwindet das dringend erforderliche multilaterale Engagement für den Klimaschutz noch weiter. Zuletzt wurde insbesondere GRÖNLAND zur Projektionsfläche für imperialistische Narrative und Phantasien. Die Achtung vor dem Völkerrecht, das Vertrauen in die internationalen Institutionen und die Bereitschaft zur überstaatlichen Zusammenarbeit ist auf vielen Ebenen gesunken.

Seit über 40 Jahren fotografiert der Isländer Ragnar Axelsson Menschen, Tiere und Landschaften in den
entlegensten Regionen Grönlands, Islands und Sibiriens. In dramatischen Schwarz-Weiß-Bildern fängt er die existentielle menschliche Erfahrung am Rande der bewohnbaren Welt ein. Anstatt lediglich den Klimawandel zu veranschaulichen, offenbaren seine Aufnahmen, wie Umweltveränderungen von den Menschen erlebt werden, deren Lebensgrundlage von Land, Meer und Eis abhängt.

Die Ausstellung Ragnar Axelsson Greenland umfasst 60 Werke. Seine großartigen Fotografien und Texte vermitteln sowohl Schönheit als auch Vulnerabilität. Sie erzählen einfühlsam von Widerstandsfähigkeit, Verlust,
Ragnar Axelssons Grönland zeigt die Realität einer sich rasch wandelnden Welt – einen Ort von einzigartiger Schönheit und ständiger Gefährdung. Eine Welt, die vor unseren Augen schmilzt – mit unkalkulierbaren globalen Folgen.

Ragnar Axelsson Greenland

im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung in München

24.07 – 01.11.2026

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.

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