Playground, Toys, Art & Wanderwalls

Der niederländischen Historiker und Kulturtheoretiker Johan Huizinga erkannte den Menschen als „Homo ludens“. Das Spiel ist wichtige Betätigung des Menschen und das oft lebenslang. Es bildet eine Grundvoraussetzung für die Entstehung von Kultur und eine notwendige Bedingung dafür. Nun zeigen zwei Ausstellungen in NRW auf ganz verschiedene Weise, wie das Spiel Jung und Alt fasziniert.

Jeppe Hein, Playground Eierplatz Monheim, 2022

Erstmals gestaltet der dänische Künstler Jeppe Hein einen Spielplatz, der als dauerhafte Installation die Kunst im öffentlichen Raum einer Stadt bereichert. Eröffnet wird er am 1.10. in Monheim am Rhein.
Jeppe Hein experimentiert mit seinen interaktiven Kunstwerken mit räumlichen und gesellschaftlichen Grenzen. Seine technisch ausgeklügelten und minimalistisch wirkenden Objekte stehen nicht nur für sich selbst, es geht ihm immer auch um die Erlebbarkeit des Kunstwerks. Erst im Dialog mit dem Betrachter vervollständigen sich seine Installationen immer wieder aufs Neue.

Der „Playground Eierplatz Monheim“ begeistert dabei vor allem Kinder, die so automatisch und spielerisch in Berührung mit Kunst kommen.

(c) Fotostudio Jeppe Hein

„Mir war es schon immer wichtig nicht nur Kunstkritiker und Museumsbesucher für meine Werke zu begeistern, sondern auch ein Publikum, welches nur durch Zufall auf meine Kunst trifft, weshalb ich besonders gern im öffentlichen Raum arbeite. Viele meiner Arbeiten sind bei Kindern sehr beliebt – nicht nur weil meine Wasserpavillons und Modified Social Benches so viel Spaß bereiten, sondern weil es ihnen oft leichter fällt sich zu öffnen und mit anderen zu interagieren. Ich hoffe, der Eierplatz wird ein Ort des herzlichen, fröhlichen Austauschs und bringt nicht nur die Kleinen zum Lachen, sondern weckt auch in den Großen das Kind!“ Jeppe Hein, 2022

„Playground Eierplatz Monheim“ wird am Samstag, 1. Oktober 2022, 12 Uhr, gemeinsam mit Jeppe Hein eingeweiht. Aus diesem Anlass lädt die Stadt zu einem großen Einweihungsfest (12-14 Uhr) mit einem bunten Programm für Kinder und Familien ein.

„Wonderwalls. Art & Toys“

Im NRW-Forum feiert die Ausstellung „Wonderwalls. Art & Toys“ mit über 2.000 Werken die Welt der Street Art und Designer Toys. Künstler wie Banksy, KAWS und JR sind mit zahlreichen Arbeiten vertreten. Eine bunte Welt öffnet sich, sobald die Besucher*innen den ersten der vielen Ausstellungsräume im NRW-Forum betreten. An den Wänden erspäht man ähnlich wie bei den früheren Bonbon-Automaten, prall gefüllte durchsichtige Kästen, in denen sich Spielpistolen oder He-Mans versammeln. Dahinter steckt ehrliche Sammelleidenschaft. Aber das ist längst nicht alles. Über 2000 Werke aus Fotografie, Grafikdesign, Graffitis, Skulpturen und Designer Toys verschmelzen zu einem bunten Gesamtkunstwerk der Popkultur.

Street Art – Banksy, Javier Calleja, Shepard Fairey und viele mehr

Die von Gesellschafts- und Konsumkritik geprägten Arbeiten sind heute noch genauso relevant wie zum Zeitpunkt ihrer Entstehung. Sie verdeutlichen in ihrer Zusammenstellung das kreative, spielerische und politische Potenzial urbaner Kunst, die neben Graffitis, Schablonen, Aufklebern und Mosaiken auch Performances, verschiedene Formen der Kommunikationsguerilla und Designer Toys umfasst. Vertreten sind unter anderem Arbeiten von Banksy, Javier Calleja, Shepard Fairey, Daniel & Geo Fuchs, Futura, Mark Gonzales, Herakut, JR, KAWS, Conny Maier, Stefan Marx, Prune Nourry, Hoker One, Os Gêmeos, Ricky Powell, Stefan Strumbel und Swoon.

Die Ausstellung ist vom 30. SEPTEMBER 2022 bis 5. FEBRUAR 2023 im NRW-Forum Düsseldorf zu sehen.

„Wenn wir spielen, sind wir uns deutlich bewusst, dass das, was wir tun, nicht das „normale Leben“ ist“, so Huizinga. Die Ausstellung im NRW-Forum und der Playground in Monheim spiegeln genau das wider.

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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