Das heute erschienene Album „Artifact“ von Parov Stelar, dem Pionier des Genres „Elektro Swing“, dessen Kompositionen in diversen Spielfilmen, Fernsehproduktionen und Werbespots vielfach Beachtung fanden, stellt eine bedeutende Veröffentlichung dar. Ist es nach derartigen Erfolgen noch möglich, etwas Neues zu erreichen? Mit „Artifact“ hat der Musiker die Elektroswing-Sphäre nicht vollständig verlassen, da dieses Projekt weiterhin auf einer elektronischen Basis fußt.
Schon der Titel lässt ein Feuerwerk erahnen: mitreißende Popklänge, spätromantische Opulenz und klassische Zutaten, die das Album in einen nostalgischen, emotionalen, traumhaften, cineastischen und kunstvollen Rausch verwandeln. Stelar mixt synthetische Beats mit Streichern, Piano-Melodien und ausgedehnten Soundlandschaften.
Inspiration erhielt er auch aus halb verschwommenen Kindheitserinnerungen:
„Ich glaube, der erste Samen liegt in meiner Kindheit. Parallelwelten, verschiedene Dimensionen, Vorleben, Nachleben: All das hat mich schon immer interessiert. Jeder kennt das doch: Du hast einen Traum. Du wachst auf, kannst dich in den ersten Sekunden noch an alles erinnern. Und plötzlich ist nur noch das Gefühl übrig. Die Bilder verschwimmen.“
Mit dem Titelsong „Artifact“ lässt Stelar zarte Gefühle hörbar werden: Pulsierende elektronische Beats treffen auf sanfte Streicher und verspielte Klavierfiguren, während sein typischer Sound zwischen nostalgischem Vintage-Flair und dem Puls moderner Clubs tanzt. Es dreht sich alles um die Echos und Spuren, die unser Leben prägen, und darum, wie wir die Artefakte darin entdecken können.
Erfolg kann einen entweder ratlos und ängstlich machen oder die Neugier entfachen, etwas Neues zu wagen. Die Single „Rebel Love“ richtet sich an den Experimentiergeist und verbindet emotionale Streichinstrumente mit dynamischer elektronischer Energie.
„Falling Into Time“ gleitet wie ein sanfter Strom durch die Zeit – ein Popsong, der ganz ohne Bombastik auskommt und dabei eine feine Harmonie versprüht.
Mit „Artefact“ verschmilzt der typische Stelar-Style, die majestätische Klassik eines 35-köpfigen Orchesters und der spritzige Elektroswing zu einem cineastischen Erlebnis. Die 15 großartigen Songs sind wie ein romantisches Tagebuch, das Angst, Sehnsucht und Verzweiflung lebendig werden lässt und zu einem eigenen umgeschrieben werden kann.
Die Videos kommen ganz im Retro-Chic daher, schwarz-weiß und voller Symbolik. Die Bilder bewegen sich zwischen ästhetischen Nahaufnahmen und wilden Kamerafahrten. Licht und Schatten spielen Verstecken, während Szenen Erinnerungen wecken und Bewegung spüren lassen – genau angepasst an die jeweiligen Songs.
Parov Stelar – Artifact | Label: Etage Noir| Erscheinungstermin: 14.11.2025
Tourdaten: 14.11.25 Berlin, Uber Eats Music Hall | 15.11.25 Köln, E-Werk







