Klangwelten von Moby, Niia und Emīls Dārziņš vereinen sich heute hier. Drei Musikstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten – zwei brandaktuelle Tracks und ein Song, der schon seit vielen Jahrzehnten die Zeit überdauert.
Moby – Future Quiet
Stillstand ist nicht das, was den Künstler Moby auszeichnet, sondern Veränderung und Bewegung. Mit „Future Quiet“, seinem 23. Studioalbum, das heute am 20. Februar 2026 über BMG erscheint, läutet er ein neues Kapitel ein. Auf vierzehn Tracks, die von modernem Klavierminimalismus über fesselnde Ambient-Soundwelten bis hin zu einigen Gesangskollaborationen reichen, lässt Moby die Spannung zwischen unserem hypervernetzten Alltag und dem tiefen Verlangen nach Stille lebendig werden. Er öffnet eine Seite, die nicht den Moment feiert, sondern auf Rückzug, Nachdenken und innere Welten setzt
Niia – I Get Along Without You Very Well
Die in Los Angeles lebende Jazzsängerin und Pianistin Niia haucht mit ihrer sanften, rauchigen Stimme der melancholischen Atmosphäre von Chet Bakers Trennungsballade aus dem Jahre 1954 neues Leben ein. Von Hoagy Carmichael bereits 1939 komponiert geht es auf ein Gedicht von Jane Brown Thompson zurück.
Niia präsentierte das Stück ganz pur. Der Song ist ein sanfter Klassiker, der vom Ende einer Beziehung erzählt – melancholisch, zurückhaltend und voller unausgesprochener Gefühle. Ihre Stimme ist ähnlich unverfälscht: sanft, ungezwungen und nah, als wäre sie eher im Nachhinein als im Moment selbst aufgenommen worden. Sie singt ohne Schnörkel und lässt Atem, Phrasierung und Stille die emotionale Last tragen. Die Single ist beim Label Candid Records erschienen. Im Oktober erschien ihr aktuelles Album V.
Emīls Dārziņš – Valse Melancolique
Zwei Jahrzehnte vor dem Ersten Weltkrieg brodelte Lettland vor revolutionären Unruhen – eine Zeit, die zugleich eine Welle großer Kreativität entfesselte. Die Musik von Emīls Dārziņš trifft mitten ins Herz, und sein tragisches Leben erzählt Geschichten dieser Zeit – vor allem sein Instrumentalstück „Der melancholische Walzer“ lässt das spüren. (Melanholiskais valsis).
Komponiert im Jahr 1904, als die lettische Intelligenz gerade die Fesseln der feudalen Unterdrückung abwarf, gilt das Stück als der Grundstein der lettischen sinfonischen Musik und erzählt eine Geschichte von Freiheit und Klang. 19 Sololieder und 17 Chorlieder schuf der Musiker, die meisten seiner Werke sind sehr bekannt und werden häufig aufgeführt. Als ihm Plagiat vorgeworfen wurde, zerriss er die meisten. Die Partitur des „Melancholischen Walzers“ wurde später aus Orchesterstimmen rekonstruiert. Sein Leben fand ein tragisches Ende. In der Nacht des 31. August 1910 wurde er im Alter von 34 Jahren von einem Zug erfasst. Es blieb ungeklärt, ob es sich dabei um einen Unfall oder Suizid handelte.




