Musikhören bereitet Freude – oder etwa nicht?

Es gibt sie, Menschen die, gleichgültig um welche Musikstile es sich handelt, beim Musikhören keinerlei Freude empfinden, obwohl ihr Gehör normal ist und sie an anderen Aktivitäten Freude haben. Dieses Phänomen ist als „spezifische musikalische Anhedonie“ bekannt. Es tritt auf, wenn die für das Hören zuständigen Hirnregionen nicht richtig mit den Bereichen kommunizieren, die Belohnungsgefühle erzeugen. In einer Studie, die in der Cell Press-Zeitschrift „Trends in Cognitive Sciences“ veröffentlicht wurde, erklären die Forscher, die diesen Zustand erstmals beschrieben haben, wie er im Gehirn abläuft und warum er einen tieferen Einblick in die Art und Weise bieten könnte, wie Menschen Freude und Glück empfinden.

„Dieser Mangel an Freude an Musik lässt sich durch die fehlende Verbindung zwischen dem Belohnungskreislauf und dem auditorischen Netzwerk erklären – nicht durch die Funktionsweise ihres Belohnungskreislaufs an sich“, sagt Marco-Pallarés. (1)

Es bleibt zu hoffen, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse für Musik-Anhedonie Betroffene bald Hilfe bereitstellen, damit auch sie zukünftig Musik als Quelle für Freude erleben können.

Für alle anderen gibt es diesen Song heute bei uns zu hören:

Joe Lovano – „Lady Day“

Das „Paramount Quartet“ hat bei Joe Lovano neue Inspirationen geweckt. Mit Julian Lage (Gitarre), Asante Santi Debriano (Bass) und Will Calhoun (Drums) ist es hochkarätig besetzt. Das gleichnamigen Album wird am 29. Mai 2026 via ECM veröffentlicht und schlägt ein neues künstlerisches Kapitel des Tenor-Saxophonisten auf. Die jahrzehntelangen Erfahrungen als Bandleader und die Fülle von Alben, die er vorweisen kann, zeichnen ihn als herausragenden Künstler aus.

Mit seinen musikalischen Mitstreitern begibt sich Lovano auf eine neue musikalische Reise, die zwei Generationen verbindet. Unschwer zu erraten, dass sich die Musiker gegenseitig zu Höhenflügen anspornen und ihre Zuhörer*innen begeistern werden. Musik von Joe Lavano wird nicht nur bei Jazzenthusiasten den Belohnungskreislauf im Gehirn aktivieren.

(1) Journal Reference: Ernest Mas-Herrero, Robert J. Zatorre, Josep Marco-Pallarés. Understanding individual differences to specific rewards through music. Trends in Cognitive Sciences, 2025; DOI: 10.1016/j.tics.2025.06.015

Titelbild: Image by Frauke Riether from Pixabay

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
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