Max Dax – Was ich sah, war die freie Welt

Interviews zu führen ist eine schöne, aber auch schwierige Art der Kommunikation. Manchmal habe ich mich auch gefragt, was empfindet eigentlich derjenige, der befragt, ja manchmal sogar auf impertinente Weise ausgefragt wird. Bei Max Dax, der eine Reihe von Gesprächen mit Kreativen geführt hat, die jetzt als Buch veröffentlicht sind, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Seine Interviews sind intensive Gespräche, die er mit 24 weltberühmten und prägenden Künstler:innen unserer Zeit führte. Sie folgen keinem vorher ausgeklügelten Plan. Stattdessen sind seine Fragen subtile Türöffner in die jeweilige künstlerische Welt des Gesprächspartners. Ob Quincy Jones, Isabella Rossellini oder Nina Hagen, ob Yoko Ono, Hans Ulrich Obrist oder Tony Bennett – jedes Gegenüber öffnet sich bereitwillig und die Leser*innen geraten in eine spannende Welt, die sie bisher vielleicht noch nicht kannten.

Das Gespräch mit Ed Ruscha vermittelt einen Zugang zu seinen Bildern, die eine Verbindung aus Conceptual, Pop Art und Fotografie darstellen. Im Gespräch erfährt man jedoch mehr, die Liebe des Künstlers zu L.A. und die weckt das Interesse, seine Werke zu sehen und sich am liebsten gleich auf den Weg dorthin zu machen.

Aber auch Vergangenes wird beim Lesen unvermittelt zum unerreichbaren Sehnsuchtsort: das Restaurant EXIL, das noch während der Berliner Mauer ins Leben gerufen wurde. Dessen Entstehungsgeschichte wird von Oswald Wiener und seinen Mitbegründern erzählt. Das lockere Interview zeichnet ein spannendes Bild einer turbulenten Zeit, die vorbei ist und nur noch in der Erinnerung lebt. Man wünscht sich, dass Tradition und Avantgarde sich nochmals so glamourös verbinden würden wie damals in Kreuzberg 1972 .

Gespräche zu führen mit künstlerischen Menschen ist eine Kunst. Max Dax beherrscht sie, sein Buch ist ein Zeugnis davon. Die Auswahl der Künstler*innen ermöglicht uns, die wir das Buch lesen, einen Einblick in die umfassende Vielfältigkeit und Kreativität der Kunst zu bekommen.

Max Dax – Was ich sah, war die freie Welt

Verlag: Kanon

Max Dax ist Kurator, Journalist, Musiker und Schriftsteller. Er entwickelte die Show »Hyper – A Journey into Art and Music« in den Hamburger Deichtorhallen, war Chefredakteur der Magazine Alert, Spex und Electronic Beats und schrieb Bücher über die Einstürzenden Neubauten, CAN und Scooter. 2021 erschien sein Roman Dissonanz.

Veranstaltungen:

  1. Juni 2022, 18.30 Uhr, Salon des Amateurs, Düsseldorf

Lesung, Artist Talk und DJ-Set mit Thomas Scheibitz

  1. Juli 2022, 18 Uhr, JUBG, Köln

Lesung und Artist-Talk mit Georg Gatsas

  1. September 2022, 20 Uhr, Favorit Bar, München

Lesung, Artist Talk und Vinyl-DJ-Set mit Thomas Meinecke

  1. Oktober 2022, 19.30 Uhr , Friedhof Forum Zürich

Kamingespräch im Keller zu »Was ich sah, war die freie Welt«

Standardbild
Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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