Kunsthalle Münster – A Letter from the Front

Mit „A Letter from the Front“ präsentiert die Kunsthalle Münster eine Auswahl von Videos und filmischer Werke von Künstler*innen aus der Ukraine.

Einige der ukrainischen Künstler*innen, deren Werke in der Kunsthalle gezeigt werden, sind in den belagerten Städten eingeschlossen oder haben sich in die Grenzgebiete oder in die Nachbarländer geflüchtet. Sie mobilisieren sich innerhalb oder außerhalb der Grenzen des vom Krieg zerrütteten Landes und trotzen den Entfernungen kämpferisch mit ihren eigenen Körpern. Einige von ihnen konnten ihre Festplatten nicht retten, bevor sie ihre Häuser und Ateliers verließen. Daher können im Rahmen dieses Projekts die Kunstwerke nur in der Form gezeigt werden, wie sie digital auf Servern, Clouds und Webplattformen gespeichert wurden.

AntiGonna, Rave on the bones, 2017, color, sound, 6:59 min.
© courtesy of the artist

Das Projekt ist für die Kunsthalle Münster ein Bekenntnis gegen die gewaltsame Invasion in der Ukraine, gegen Krieg, Unterdrückung und jegliche Formen staatlicher Gewalt sowie ein Bekenntnis zu den Künstler*innen des Landes, die ihre Stimme und ihre Werkzeuge einsetzen, um uns zu zeigen, was wir sehen müssen.

„Dieser Krieg zieht sich nun schon seit acht Jahren hin, aber der Donbass und die Krim waren eher unsichtbar – oder zumindest nicht so interessant für die Medien. Es verhält sich hier ein
bisschen so wie mit einer Katastrophe, die an die Peripherie gerückt wird, damit das Zentrum sauber und sicher bleibt“, so Nikita Kadan.

Die Filmauswahl stellt einen Versuch dar, die Situation in der Ukraine begreifbarer zu machen. Zugleich unterstreicht sie unseren Glauben an Kunstwerke als Formen kollektiver Kommunikation und als Mittel zum Verständnis. Sie arbeitet mit Mechanismen der Intuition und der Imagination, die dabei helfen könnten, die Welt klarer zu sehen.

A Letter from the Front wird durch einen Leseraum ergänzt, dieser kann während der Öffnungszeiten der Kunsthalle Münster von allen Besucher:innen genutzt werden. Man kann in die vorhandene Literatur eintauchen, ihn als Arbeitsplatz oder Ort für Gespräche nutzen. Während der begleitenden Veranstaltungen dient er als Ort für Vorträge, Lesungen und Diskussionen.

A Letter from the Front wurde vom Castello di Rivoli Museo d’Arte Contemporanea, Rivoli-Turin, nach der Invasion die Ukraine im Februar 2022 in Auftrag gegeben und produziert.

Kurator*innen: Nikita Kadan in Zusammenarbeit mit Giulia Colletti
Projektkoordination Kunsthalle Münster: Merle Radtke / Assistenz Kunsthalle Münster: Constanze Venjakob

A Letter from the Front

bis zum 11.09.2022 in der Kunsthalle Münster zu sehen
Öffnungszeiten: Di-So 12–18 Uhr

Titelbild: Yaroslav Futymsky, Flag is burning, 2019, color, sound, 1:51 min.
© courtesy of the artist

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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