Kunstausflug nach Wuppertal und Essen

Zwei Ausstellungen in Wuppertal und eine in Essen zeigen die Vielfalt der Kunst. In Deutschland war er bisher selten in einer Ausstellung zu sehen, der Künstler Jankel Adler (1895 Polen – 1949 England). Erstmals ist nun sein grafisches Werk im Wuppertaler Von der Heydt Museum zu sehen. Es wird dort ins Zentrum und in Beziehung zu anderen Arbeiten aus der Sammlung des Museums gerückt. Das Menschenbild seiner Kunst wird das seiner Zeitgenossen Pablo Picasso, Paul Klee, Willi Baumeister und Hans Arp gegenübergestellt.

Für Jankel Adler war die Darstellung des Menschen ein zentraler Punkt seiner künstlerischen Arbeit: Oft präsentierte er seine melancholisch wirkenden Figuren frontal, den Betrachter direkt anblickend. Bewusst ließ er den Menschen ohne einen narrativen Kontext.

Dabei war der Künstler immer auf der Suche nach neuen Formen und verwandelte die ursprüngliche Menschenfigur in deformierte oder dekonstruierte Gestalten. Diese Metamorphosen des Körpers sind unter anderem vor dem Hintergrund der Weltkriege und politischen Unruhen des 20. Jahrhunderts zu betrachten – in einer Zeit, in der die menschliche Existenz als äußerst fragil und beschädigt wahrgenommen wurde.

Jankel Adler, Durch die Hand Schauender, um 1935, Von der Heydt-Museum Wuppertal

Die Ausstellung ist noch bis zum 28.08.2022 im Von der Heydt Museum zu sehen.

ONE WINDOW THREE ARTISTS

Tatsuo Mijayima, Changing Landscape/Changing Museum, 2022, Foto: Michael Richter

Fenster stellen eine Verbindun nach draußen her. Sie liefern verschiedene optische Eindrücke, je nach Tageszeit und Wetter. Im unteren Ausstellungspavillon des Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal werden sie zu Kunstwerken. Seit dem 2. Juni sind die Fensterflächen zum Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit von TATSUO MIYAJIMA geworden. Mit einer halbtransparenten Spiegelfolie bedeckt, aus denen Ziffern als Symbole der Zeit ausgeschnitten sind, wird die Sicht auf die umgebende Landschaft kontinuierlich verändert.
Das Werk berücksichtigt die Landschaft, das Museum und seine Besucher, sowie die Menschen, die sein Inneres mit dem Äußeren verbinden. Und es berücksichtigt die Zeit durch die kontinuierliche Transformation von Landschaft, Museum und Besuchern.

ONE WINDOW THREE ARTISTS
Künstler TATSUO MIYAJIMA
noch bis 21. August 2022T

WE WANT YOU! Von den Anfängen des Plakats bis heute

Foto: Mathea Kiwi

Werbung folgt einem ausgeklügelten Plan. Das war auch zu ihren Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts schon so. Plakate boten Platz für sie, doch wie sie im öffentlichen Raum präsentiert werden, ist entscheidend für ihre Wahrnehmung und Wirkung. Im Museum Folkwang in Essen erfahren Besucher*innen alles über Plakatwerbung. Beginnend mit dem „wilden Kleben“ etabliert sich die Werbung an den Litfaßsäulen. Ab den 1920er Jahren entstehen Kampagnen und bis zur Einführung des Fernsehens Mitte der 1950er Jahre bleibt das Plakat das Leitmedium der Werbung.

Mit der Einführung der Großfläche gewinnt es eine neue starke Sichtbarkeit. Fortan bestimmen technische Neuerungen den Wandel hin zu neuen Formaten und permanenter Präsenz. Durch Digitalisierung und Vernetzung, durch interaktive Elemente mit direkter Ansprache und zielgruppenorientierter Aussteuerung wird der öffentliche Auftritt des Plakats erweitert. Von den ersten Erscheinungsformen des Plakats bis in seine digitale Gegenwart und Zukunft spannt die Ausstellung anhand von wichtigen Exponaten der Plakatgeschichte, u. a. von Lucian Bernhard, Isolde Baumgart, Hans Hillmann, Alfons Maria Mucha, Henri de Toulouse-Lautrec und Charles Paul Wilp, einen kultur- und medienhistorischen Bogen.

bis 28. AUG 2022 im Museum Folkwang

https://www.museum-folkwang.de/de/ausstellung/we-want-you

Standardbild
Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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