Kunst aus Asien – Porzellan und Schalen

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Das Museum Angewandte Kunst präsentiert mit seiner neuen Kabinettausstellung aus der Reihe meet asian art die Schönheit der archetypischen Form der Schale. „亞歐堂 meet asian art: Schalen. Metamorphosen einer Grundform“ zeigt 31 ausgewählte Beispiele aus Asien China, Korea, Japan und Südostasien, gefertigt über vier Jahrtausende hinweg und in unterschiedlichsten Materialien und Techniken.

Bereits der Begriff Schale ist nicht ganz einfach zu fassen – am gebräuchlichsten ist wan 碗, eine Bezeichnung, die in China, Korea und Japan gebraucht wird und mit der in erster Linie Ess- und Trinkschalen gemeint sind. Die ausgestellten Objekte zeigen jedoch, dass es auch diverse andere Verwendungen für Schalen gab, seien es Opferschalen auf hohem Fuß oder Pinselwascher für die Kalligraphie.

Buncheong-Schale
Steinzeug, Schlickerdekor, Transparentglasur,
Korea, Joseon-Zeit, ca. 15./16. Jh.
Schenkung: Mark & Patricia de Fraeye 2017
Foto: Ute Kunze
© Museum Angewandte Kunst

Das fünfte Projekt im Ausstellungs- und Veranstaltungsmodul meet asian art spürt damit einer faszinierenden und bei aller Einfachheit doch überraschend komplexen und vielgestaltigen Form ostasiatischer Produktgestaltung nach. Die ältesten, neolithischen Beispiele sind durchwegs Keramiken, da dieser Werkstoff trotz seiner Zerbrechlichkeit zu den dauerhaftesten überhaupt zählt. Präsentiert werden aber auch Schalen aus Jade, Bronze, Cloisonné oder Glas in einer erstaunlichen Vielfalt an Materialien, Formen, Farben, Oberflächen und Bearbeitungstechniken. Alle gezeigten Stücke entstammen der asiatischen Sammlung im Museum Angewandte Kunst.

Was ist 亞歐堂 meet asian art?

Mit meet asian art widmet das Museum Angewandte Kunst der Kunst Asiens seit 2016 einen dauerhaften Ort des Austausches, des Entdeckens, Verstehens und Diskutierens. Hier finden wechselnde Exponate aus der Sammlung asiatischer Kunst des Museums in Form kleiner Kabinettausstellungen einen Platz. Zugleich ist meet asian art mehr als ein Ausstellungsraum: Als Forum für Veranstaltungen und Präsentationen bietet es immer wieder neue Einblicke in Asiens Beitrag zur Kunst der Welt.

Kurator: Dr. Stephan von der Schulenburg

亞歐堂 meet asian art:
Schalen. Metamorphosen einer Grundform

11.9.2020–7.11.2021
Museum Angewandte Kunst in Frankfurt


MADE IN CHINA! PORZELLAN

Schale mit Dekor einer Lotosblüte, Qing-Dynastie, Yongzheng-Ära (1723–35), Porzellan glasiert, Aufglasurfarben der famille rose, H 5,4 cm, D 11,8 cm, MKG, Foto: Jörg Arend

Made in China – dieses Label ist in der heutigen Warenwelt allgegenwärtig. Aber der seit Jahrtausenden unübertroffene Exportschlager aus China ist kein T-Shirt oder Smartphone, sondern Porzellan. Das weiße Gold aus Kaolin, Feldspat und Quarz hat eine über 3000-jährige Geschichte – produziert wurde für den Kaiserhof, den heimischen Markt und den Export. Erst im frühen 18. Jahrhundert gelang in Europa die Entwicklung einer eigenen Porzellanrezeptur.

Umso beliebter waren die exquisiten und raren Blauweißporzellane der Ming-Dynastie (1368–1644) und die farbenfrohen Porzellane der famille rose und famille verte aus dem 17. Jahrhundert an europäischen Höfen. Auch heute erzielen chinesische Porzellane Rekordsummen. 36 Millionen US-Dollar zahlte der Shanghaier Milliardär Liu Yiqian 2014 für einen „Chicken Cup“, ein zartes Schälchen mit nur 8 Zentimetern Durchmesser aus dem 15. Jahrhundert. Was macht Porzellan so besonders, dass es Menschen seit Jahrtausenden fasziniert?

Dieser Frage geht das MK&G in der Ausstellung Made in China! Porzellan mit 180 Exponaten aus der Sammlung nach. Neben technischen und künstlerischen Entwicklungen werden Aspekte wie Materialität, Funktion und Qualität chinesischer Porzellane beleuchtet. Die Ausstellung zeigt herausragende Vasen, Teller, Schalen und Figuren aus der Ming- (1368–1644) und Qing-Dynastie (1644–1911) von kaiserlichem Porzellan bis hin zur Exportware. Höhepunkt ist der in Deutschland einmalige Bestand kaiserlicher Porzellane.

MADE IN CHINA! PORZELLAN

2. Oktober 2020 bis 20. März 2022 – Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Titelbild: Flache Schale Cloisonné, plique-à-jour, Japan, ca. 1910–1930
Schenkung: H., 2017 Foto: Ute Kunze
© Museum Angewandte Kunst

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